Die neue Attraktion der Leonberger City hätte längst eröffnet sein sollen. Doch das Gelände am Fuß der Altstadt bleibt gesperrt, offenbar wegen Sicherheitsproblemen.
Auf große Resonanz war Mitte Mai der Stadtrundgang mit Leonbergs Baubürgermeister Klaus Brenner gestoßen. Da ging es vom neuen Direktionsgebäude der Kreissparkasse in der Grabenstraße zum neuen Stadtquartier „Leonberg Mitte“, wo der Baustart für das Postareal für das kommende Jahr geplant ist. Und die etwa hundert Interessenten erfuhren bei dieser Tour auch den Eröffnungstermin des Stadtgartens beim Layher-Areal entlang der Bahnhofstraße.
Der hätte der 24. Juni sein sollen. Doch noch immer ist das Gelände mit einem Bauzaun abgesperrt und für die Bevölkerung nicht zugänglich. In der Stadt munkelt man derweil, der Stadtgarten habe die TÜV-Prüfung nicht bestanden. Was ist dran an diesem Gerücht?
Strom- und Internetanschluss fehlt noch
„Die ursprünglich für Juni angekündigte Eröffnung des Stadtgartens konnte leider nicht wie geplant erfolgen“, sagt Leila Fendrich, die Pressesprecherin der Stadt Leonberg. Grund dafür sei unter anderem ein fehlender Strom- und Internetanschluss. „Dieser ist essenziell für den Betrieb der automatisierten Bewässerung durch die Zisterne“, so die Sprecherin. „Die Herstellung dieser Anschlüsse hat sich, wie es derzeit leider häufig bei infrastrukturellen Maßnahmen der Fall ist, deutlich verzögert. Auch eine versicherungstechnische Rückmeldung, auf die wir mehrere Wochen warten mussten, trägt zur Verzögerung bei“. Darüber hinaus hätten noch sicherheitsrelevante Fragen geklärt werden müssen. Auch hier seien die entsprechenden Rückmeldungen erst verspätet vorgelegen.
Eine abschließende technische Prüfung des Stadtgartens habe am 27. Juni, stattgefunden. „Zu etwaigen festgestellten Mängeln äußern wir uns nicht im Detail. Es handelt sich überwiegend um Restarbeiten und den Austausch einzelner Pflanzen“, sagt Leila Fendrich. Die interne Entscheidung, den geplanten Eröffnungstermin zu verschieben, sei bereits am 17. Juni gefallen. An diesem Tag bekam die Stadtverwaltung laut Auskünften der Pressesprecherin die versicherungstechnische Rückmeldung mit Hinweisen zu Sicherheitsaspekten. „Eine frühere Kommunikation war aus unserer Sicht nicht möglich, da bis dahin keine endgültige Einschätzung vorlag“, sagt Leila Fendrich. Für die notwendigen Sicherungseinbauten entstünden voraussichtlich Zusatzkosten in Höhe von etwa 3500 Euro.
Irgendwann in der Zukunft soll es möglich sein, von einem Café im Postareal auf den Park zu blicken. Für rund 2,5 Millionen Euro ist in Hanglage ein Stadtgarten für alle Altersgruppen entstanden – mit Spielplatz, Boulderwand, Outdoor-Fitnessgeräten, Boulebahn und vielen Sitzgelegenheiten. Beim Stadtrundgang hatte Klaus Brenner die Bedeutung des Grüns in der Stadt betont, das beim Thema Nachverdichtung wenn möglich erhalten werden müsse – wie beispielsweise die alte Buche an der Bahnhofstraße. Und auch die Nachhaltigkeit wurde bei der Planung mitberücksichtigt. So wurden die Themen Starkregen und Hitze aufgegriffen: Eine Zisterne speichert künftig bis zu 300 Kubikmeter Regenwasser für eine intelligente, wettergesteuerte Bewässerung – für die noch Strom- und Internetanschluss fehlt. Eine Senke dient als Überflutungsfläche, ein Trinkwasserbrunnen soll bald folgen.
Wie notwendig künftig der Schutz vor Sonne werden wird, haben die Hitzetage in den vergangenen Tagen gezeigt. Und auch beim Rundgang durch den Stadtgarten mit dem Baubürgermeister um die Mittagszeit waren die Temperaturen schon kräftig angestiegen. Daher wurde die Kritik laut, dass es keinen Sonnenschutz für die Spielgeräte gäbe. Klaus Brenner versprach, diesem Punkt noch nachzugehen. Auch das Fehlen einer öffentlichen Toilette, von Mülltonnen oder Handläufen sprachen die Bürgerinnen und Bürger an.
Noch dauert es, bis das neue Quartier „Leonberg Mitte“ fertig sein wird. Die Stadtverwaltung rechnet mit fünf bis sechs Jahren. Nicht ganz so lange sollte es mit der Eröffnung des Stadtgartens dauern. Ein neuer, verbindlicher Eröffnungstermin steht laut der Pressesprecherin derzeit noch nicht fest, da die sicherheitsrelevanten Anpassungen andauern.