Der Gelegenheit zum Planschen können in der Sommerhitze nur wenige Kinder widerstehen. Foto: Ines Rudel

Die City verwandelt sich in ein Freiluft-Wohnzimmer für die Bürger. Zurzeit lässt die Stadt weitere Bänke und demnächst Spielgelegenheiten für Kinder installieren, und auch die beliebten Wasserspiele in der Neuen Mitte werden bald ergänzt.

Göppingen - Den Eltern und Großeltern die Bänke, den Kindern das Wasser – so stellt sich kurz gesagt das Bild dar, das sich zurzeit jeden Tag in der Neuen Mitte bietet. Je heißer der Sommertag ist, desto mehr Kinder planschen in den Bassins und der Wasserrinne, die durch die Fußgängerzone fließt. Die Wasser-Spielgeräte sind manchmal geradezu belagert. Manche Kinder haben einfach nur die Hosen hochgekrempelt und waten vorsichtig durchs Wasser, viele andere sind nach kürzester Zeit triefnass. Die erfahrenen City-Besucher unter den Eltern lassen die ganz Kleinen einfach von vorneherein in Unterwäsche im Wasser spielen – und gönnen sich derweil ein Päuschen auf einer der vielen Bänke in der Fußgängerzone.

Im Rathaus ist längst bekannt, dass sich gerade die Wasserspiele und die Sitzgelegenheiten im Zentrum größter Beliebtheit erfahren. Und so ist es nur folgerichtig, dass die Stadt das Angebot nun nach und nach ausbaut. In den vergangenen Tagen haben Bauarbeiter insgesamt elf zusätzliche Bänke in der Langen Straße und am Schillerplatz aufgestellt. Dazu kommen 31 Blumentröge und 13 Papierkörbe. Denn die Abfallbehälter in der Neuen Mitte quellen an schönen Tagen beinahe über.

100 000 Euro für die Stadtmöblierung

Die Stadt investiert in diesem Jahr rund 100 000 Euro, um das Zentrum zu möblieren und in eine Art Freiluft-Wohnzimmer für die Bürger zu verwandeln. Im kommenden Jahr sollen weitere 50 000 Euro in die Möblierung anderer Straßenzüge gesteckt werden. Neben den Bänken und Blumentrögen soll in der Langen Straße im kommenden Frühjahr zudem noch ein sogenannter Spielpunkt mit Balancier- und Geschicklichkeitsgeräten gebaut werden. Detaillierte Pläne gibt es bisher aber noch nicht.

Für den Oberbürgermeister Guido Till (CDU), der zurzeit im Urlaub ist, sei die generationenübergreifende familienfreundliche Gestaltung der Innenstadt ein wichtiges Anliegen, berichtet der Rathaussprecher Olaf Hinrichsen. Die Aufenthaltsqualität, das Sich-Wohlfühlen in der Innenstadt nachhaltig zu fördern, sei ein vorrangiges Ziel der Verwaltung. Das diese Zielrichtung die richtige sei, bestätigten die in der Stadt spielenden Kinder jeden Tag aufs Neue, sei es an den Wasserläufen der Neuen Mitte, am Beachplatz vor dem Rathaus oder im Labyrinth am Storchen.

Fontänen und ein LED-Leuchtring

Im Herbst gibt die Stadt deshalb weitere rund 180 000 Euro für noch mehr Planschvergnügen im Zentrum aus. Bauarbeiter werden voraussichtlich Anfang September ein Feld mit zwölf Fontänen in der Mitte des Spitalplatzes integrieren. Vom kommenden Frühjahr an sprudeln in dem fünf Meter breiten Kreis, der von einem LED-Leuchtring eingefasst ist, nach dem Zufallsprinzip abwechselnd Fontänen einen halben bis einen Meter in die Höhe und laden Kinder zum Spielen ein. Die Erwachsenen können das Treiben von den Sitzelementen aus, die bereits im ersten Bauabschnitt aufgestellt wurden, beobachten. Eigentlich sehen die Pläne für den Spitalplatz außerdem vor, die Gestaltung der Fassaden rund um den Platz zu vereinheitlichen und ein ansprechendes Beleuchtungskonzept für den Platz und die umliegenden Geschäfte umzusetzen. Dazu braucht das Rathaus allerdings die Zustimmung der Eigentümer und Ladenbesitzer. Die Gespräche sind zurzeit im Gang.

Der Wermutstropfen ist zurzeit die Zukunft der Parkhausfassade

Wasserspiele sind auch auf dem Kornhausplatz geplant, der zurzeit für rund zwei Millionen Euro neu gestaltet wird. Der erste Bauabschnitt wird bald abgeschlossen, danach soll sofort die Südseite des Platzes in Angriff genommen werden. Südlich des in der Platzmitte geplanten Hains mit acht großen Bäumen sprudeln dann ebenfalls 15 Fontänen auf einem zwölf Quadratmeter großen Feld bis zu zwei Meter in die Höhe. Nördlich der Bäume, vor dem Rockcafé, sind ebenfalls fünf Fontänen vorgesehen. Auch dort sind kleine und große Innenstadtbesucher zum Planschen engeladen. Wer es ruhiger und trockener angehen will, kann es sich künftig zwischen den Bäumen gemütlich machen, wo die Stadt Sitzmöbel vorhalten möchte.

Als einziger Wermutstropfen bleibt die Frage, was aus der anvisierten Grünen Wand wird, die eigentlich die unansehnliche Parkhausfassade verdecken und dem Platz eine besondere Atmosphäre verleihen sollte. Die Rathausspitze bezweifelt derzeit, dass sich die Investition lohnt, weil nicht klar ist, ob das Gebäude noch länger als 15 Jahre steht. Allerdings hat der Oberbürgermeister Guido Till erst jüngst versichert, dass man sich auch mit alternativen Lösungen befassen werde. Bis das geklärt ist, bleibt allerdings ein Streifen entlang des Parkhauses ungepflastert.

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