Der Flüchtlingschor Zuflucht singt Auszüge aus seinem Opernprojekt Idomeneo. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Das Innenstadt-Team gibt beim Brunnenfest seinen Einstand.

Stuttgart - Es ist Stuttgarts heimeligstes Straßenfest – mit einem Brunnen in seiner Mitte, der dem Fest seinen Namen gibt, eingefasst von den Fassaden der Altstadt. Beim ersten Brunnenfest verwandelte sich der Geißplatz am Wochenende in ein öffentliches Wohnzimmer. Die familiäre Stimmung verdankte sich der freundschaftlichen, gut gelaunten Nachbarschaft, zu der sich seit kurzem auch das Stadtleben-Team von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten rechnet.

Kulturelles Programm mit Kolumnen, Büchern und Multimedia-Geschichten

Das Redaktionsteam gab denn auch bei dieser Gelegenheit seinen Einstand, mit kulturellem Programm und Kostproben seiner Arbeit: Joe Bauer las aus seinen Kolumnen, Andrea Jenewein und Frank Rothfuß vom Stadtleben-Team aus ihrem Buch „Stuttgart – Kesseltreiben und Höhenrausch. 66 Lieblingsplätze und 11 Stäffelestouren“. Einblicke in eine junge journalistische Form, die Multimediareportage, gaben StZ-Titelautorin Hilke Lorenz und Stefanie Zenke, Leiterin des Ressorts Multimediareportage. Nach ihrer Präsentation von „Idomeneo – einer Operninszenierung mit Flüchtlingen“ sangen einige der Darsteller auf der Bühne am Geißplatz. Der StZ-Blog Stadtkind Stuttgart leitete mit einem Auftritt der Rapper H-Perfect und Moazy über in die Nacht – und der Platz verwandelte sich in eine im Beat der DJs wogende Menge.

Genau diese heimelige Atmosphäre ist der Unterschied des Brunnenfestes zu anderen traditionellen Straßenfesten.„Wir wollten etwas eigenes machen und haben deshalb keine Bands auf der Bühne, sondern DJs und experimentelle Musikprojekte“, sagt Juan Blanco del Rio, Wirt des Deli. Am Freitagabend etwa wurden die DJs von Live-Saxophon und Percussions begleitet.

Die Gastronomen hatten auch ihren Spaß: Um den Hans-im-Glück-Brunnen war eine Bar aufgebaut, an der die Inhaber der Läden selbst bewirtet haben. Andreja Maros vom Kottan etwa und Jusuf Oksaz vom Mrs. Jones mischten die Gin Tonics und andere Drinks. „Es war schön, mal wieder selbst im Austausch mit unseren Gästen zu sein. Uns Gastronomen hat der Einsatz und das ganze Fest noch einmal richtig zusammen geschweißt“, sagt Juan Blanco del Rio. Die Harmonie hat sich auch auf das Publikum übertragen. Das Fest endete so friedlich wie es begann: „Wir hatten keine Probleme, die Leute haben am Ende gemütlich ausgetrunken und sind nach Hause gegangen“, sagte Yasemin Oksaz vom Mrs. Jones.

In dieser Woche soll Bilanz gezogen werden. Alle Zeichen aber deuten auf eine Wiederholung des Brunnenfestes hin.

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