Am Esslinger Bahnhof und auch in der Unterführung fühlen sich Frauen unwohl. Der JU-Kreisverband fordert daher Maßnahmen gegen Angsträume. Foto: Roberto Bulgrin

Der Esslinger Bahnhof gilt als Angstraum, besonders für Frauen. Die Junge Union fordert gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit statt Debatten über das Stadtbild.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit seinen Stadtbild-Aussagen Diskussionen ausgelöst. Doch der Kreisverband der Jungen Union (JU) Esslingen hält einen anderen Aspekt für wichtiger: Nicht die Stadtbild-Debatte sei das Problem, sondern das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger, heißt es in einer Medieninfo der CDU-Nachwuchsorganisation.

 

Wenn sich Frauen im öffentlichen Raum nicht mehr sicher fühlen könnten, dann laufe etwas Grundsätzliches schief, resümiert Vivien Schlesinger. „Wenn junge Frauen am Bahnhof zweimal überlegen, welchen Zug sie nehmen, oder in der Innenstadt die Straßenseite wechseln, ist das keine gefühlte Unsicherheit – das ist Alltag“, meint das Vorstandsmitglied der Jungen Union im Kreisverband Esslingen.

„Angsträume müssen gezielt angegangen werden“, so die JU

Die JU habe sich bei einem Besuch des Esslinger Bahnhofs ein eigenes Bild von der Lage gemacht. Das Stimmungsbild sei eindeutig gewesen: Bestimmte Orte würden von Menschen gemieden: „Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand.“ Angsträume sollen daher gezielt angegangen werden, so die Forderung der JU.

Gegenmaßnahmen könnten nach Ansicht der jungen Politiker eine bessere Beleuchtung, mehr Polizeipräsenz in den Abendstunden oder eine stärkere Prävention an Schulen sowie in Vereinen sein. Innere Sicherheit dürfe keine Parole bleiben, sondern sei eine Grundvoraussetzung dafür, dass Freiheit im Alltag wirklich spürbar sei.

Sicherheit beginne dort, wo die Angst ende, meint der JU-Kreisvositzende Lukas Schwarz zusammenfassend: „Jede Frau sollte sich sicher fühlen können – ob am Bahnhof, auf dem Heimweg oder beim Ausgehen.“ Daran müsse man arbeiten.