Einstieg beim VVS-Firmenticket Daimler wünscht sich Stadtbahn-Haltestelle vor dem Werkstor

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Am  Stadion-Halt im Neckarpark geht es nicht so rasch weiter. Foto: Lg/Max Kovalenko
Am Stadion-Halt im Neckarpark geht es nicht so rasch weiter. Foto: Lg/Max Kovalenko

Als Belohnung für den Einstieg beim Firmenticket wünscht sich Daimler von der Stadt eine Stadtbahnhaltestelle vor dem Mercedes-Benz Museum. Doch das kann dauern.

Stuttgart - Im Rathaus hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn am Donnerstag das Ja von Daimler zum Jobticket begrüßt; dem Wunsch nach einer Stadtbahnhaltestelle vor dem Mercedes-Benz Museum steht der OB „sehr aufgeschlossen“ gegenüber.

Bis der erste Zug der Stadtbahnlinie U 19 vorm Daimler hält, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. „Ich halte eine Bauzeit von unter fünf Jahren nicht für möglich“, sagt SSB-Technik-Vorstand Wolfgang Arnold. Frühestens Ende 2021 könnten Daimler-Beschäftigte mit der Stadtbahn bis vors Werkstor fahren. „Wir können nicht hexen“, so Arnold.

Viele Projekte in Arbeit

Als Grund nennt der langjährige Cheftechniker des städtischen Verkehrsunternehmens „das sehr anspruchsvolle und zeitaufwendige Planungs- und Genehmigungsverfahren“. Dabei müsse man unter anderem prüfen, ob der Artenschutz berührt sei. Auch die Verlegung von Kabeln und Gasleitungen im Trassenbereich könne sich als aufwendig erweisen. Vor allem aber seien die SSB-Ressourcen durch bereits laufende neue Stadtbahnprojekte bis zum Anschlag ausgelastet. „Wir treiben ja nicht nur den Bau der U 12 nach Remseck voran, sondern packen auch die Verlängerung der Stadtbahnlinie U 6 zum Flughafen an“, betont Arnold. Außerdem stünden unter anderem der Bau längerer Bahn­steige auf der Stadtbahnlinie U 1 auf dem Programm, um 80-Meter-Züge mit höherer Kapazität einsetzen zu können. Zudem werde die U 19 vom 17. Oktober bis zum 15. April 2017 bei einem Feinstaubalarm als zusätzliches Angebot zwischen Neugereut und dem Neckarpark eingesetzt.

„Ich kann nur betonen, dass wir wirklich total ausgelastet sind“, so Arnold. Ein Dauerbetrieb der U 19 bis vor das Daimler-Werkstor in Untertürkheim stünde bis jetzt noch als langfristiges Projekt im Nahverkehrsentwicklungsplan. Wenn die U 19 zum Top-Thema aufsteige und deshalb rasch verlängert und dauerhaft betrieben werden solle, müsse die Prioritätenliste neu geordnet werden. „Dann kommt statt dessen etwas anderes später.“

SPD-Fraktion will Baukostenzuschuss von Daimler

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat hat ihre Prioritäten bereits in einem Antrag zum Nahverkehrsplan festgeschrieben. Darin fordert man, dass die U 19 „Teil des regulären Bahnnetzes“ werden soll. „Die Verlängerung zum Mercedes-Museum ist sinnvoll und muss rasch kommen“, so Fraktionschef Martin Körner. Bei der Finanzierung der Baukosten von rund acht Millionen Euro sieht er auch den Autobauer im Boot. „Daimler muss einen ordentlichen Teil der Baukosten tragen.“ Schließlich wolle das Unternehmen beim Daimler-Stadion vorübergehend fast 1000 Parkplätzeeinrichten. „Für die SPD-Fraktion ist wichtig, dass die U 19 gerecht finanziert und dauerhaft betrieben wird“, betont Körner. Das Projekt müsse nun in den Nahverkehrsplan aufgenommen und innerhalb von fünf Jahren verwirklicht werden.

Die nächste politische Diskussion über das neue Topthema gibt es am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Technik. Dann steht es unter Punkt 6 auf der Agenda.

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