Der Smiley bei der neuen Streckenführung täuscht: Daran hat sich ein erbitterter Streit entzündet. Foto: Simon Granville

Den offenen Brief des Zweckverbands Stadtbahn lässt eine Bürgerinitiative nicht unbeantwortet – und nimmt die Ludwigsburger Stadtverwaltung und den Gemeinderat in Schutz.

Verschiebt der Zweckverband Stadtbahn die Probleme, die er selbst verursacht hat, in Richtung Ludwigsburg? Diese Auffassung vertritt die Bürgerinitiative „Macht Lucie wirklich Sinn?“.

 

In dem offenen Brief des Zweckverbands von Sonntag entstehe der Eindruck, die Stadt blockiere oder verzögere den Prozess. Die Bürgerinitiative hingegen rekapituliert: „Die tatsächliche Entwicklung des Projekts war geprägt von wechselnden Varianten, sich ändernden Rahmenbedingungen, offenen Abhängigkeiten zwischen den Abschnitten und zeitlich verzögerten oder unvollständigen Unterlagen.“ Und weiter: „Wenn sich zentrale Annahmen verändern oder als unsicher erweisen, ist eine Neubewertung nicht nur zulässig, sondern gesetzlich geboten.“

Streit über Trassenführung ist ein Knackpunkt

Dazu weist die Initiative unter anderem auf die Widersprüchlichkeit in der Trassenführung hin. Der Zweckverband habe selbst erklärt, dass die im Jahr 2022 vom damaligen Gemeinderat beschlossene Streckenführung nicht umsetzbar sei. Die vom Zweckverband vorgeschlagene Alternativtrasse sei jedoch nie beschlossen worden. „Nun erwartet der Zweckverband, dass der Gemeinderat Ludwigsburg genau diese neue Trasse abnickt – obwohl eine Mehrheit sie inhaltlich nicht für geeignet hält.“

Bemängelt wird auch, dass bis heute bei dem Projekt zu viel unklar sei, wodurch ein Vertrauensverlust entstanden sei. „Viele Unterlagen liegen nur vorläufig vor, zentrale Bausteine wie Bahnhof, Barrierefreiheit und Betriebshof sind offen. Die Informationslage im Gemeinderat war nie vollständig, die Kommunikation des Zweckverbands war mehrfach widersprüchlich“, kritisiert die Bürgerinitiative und betont: „Große Infrastrukturprojekte benötigen planbare Grundlagen und Transparenz. Beides fehlt aktuell.“