Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) lassen die Gleise zwischen Autohofkreuzung und Endhaltestelle Hedelfingen erneuern. Weil Stahl fehlt, kann allerdings nur ein Teil der geplanten Trasse fertiggestellt werden.
Vergangenen Sommer wurde die Stadtbahntrasse zwischen Wangener Marktplatz und der Autohof-Kreuzung erneuert. Der Magerrasen zwischen den Gleisen gedeiht langsam. In diesem Sommer sollte der nächste Abschnitt, von der Autohof-Kreuzung zur Endhaltestelle Hedelfingen saniert werden. Die Arbeiten haben Ende Juli begonnen. Die Stadtbahnlinien U 9 und U 13 verkehren nicht, ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Bis 23. Oktober sollten alle Gleise ausgetauscht und die Trasse begrünt werden. „Doch der Krieg in der Ukraine und die sich daraus ergebenden Lieferschwierigkeiten haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte Gregor Hassler, der Leiter des Gleisbaus der Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB) am Dienstag im Bezirksbeirat.
Stahlknappheit erzwingt Umplanungen
2021 hatte die SSB spezielle, lange Fertigteilemente in Wangen verbaut. Mit der gleichen Methode wollten die Stadtbahnexperten auch die Strecke nach Hedelfingen bewältigen. „Im Frühjahr gingen Anfrage dafür an die Firmen, wir bekamen aber nur Absagen“, so Hassler. Der Grund: Es mangelt an Stahl. Die SSB musste umplanen. „Wir sind deswegen in Hedelfingen auf Zweiblockschwellen übergegangen, für die wesentlich weniger Stahl benötigt werden.“ Dennoch reiche die Menge Stahl, die die SSB erhalten hat, nur für eine Teilstrecke aus. Der Bereich vom Kopfwender unterhalb der Einmündung Heiligenwiesen bis zur Endhaltestelle müsse ausgespart werden. Der Wermutstropfen: „Der Lückenschluss kann erst 2024 erfolgen, weil 2023 kein Schienenersatzverkehr mehr organisiert werden kann.“
Dafür können die diesjährigen Bauarbeiten vermutlich fristgerecht beendet werden. Auf einer Seite sind die neuen Zweiblockschwellen bereits eingebaut, die zweite Seite werde in den kommenden Tagen fertiggestellt. Danach werde die sechs bis acht Zentimeter dicke Substratschicht mit der speziellen Gräser- und Blumensaatmischung aufgetragen und die Randsteine gesetzt. Bis 23. Oktober wird zudem der Pflasterbelag an der Endhaltestelle erneuert. „Im Bereich der Endhaltestelle werden wir allerdings keinen Magerrasen einbauen. Die Heißluft der wartenden Stadtbahnen verhindert, dass dort Rasen gedeiht.“
Kritik am Schienenersatzverkehr
Für den Lückenschluss im Sommer 2024 plant Hassler eine Bauzeit von zwei Monaten ein. Dazu müssten abermals die Stadtbahnlinien unterbrochen und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Dann sollten die Ersatzbusse aber besser getaktet und der Anschluss an die Stadtbahnen gewährleistet werden, monierten die Bezirksbeiräte.