Der Ausbau der Haltestelle Schwabenlandhalle ist bereits angelaufen. Foto: Dirk Herrmann

Die fünf Bahnsteige in Fellbach erhalten für die künftig doppelt so langen Stadtbahnen demnächst eine Auffrischungskur. Dadurch kann es zu temporären Fahrplanänderungen kommen.

 
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Wenn in einigen Wochen die Zugverbindung zwischen Bad Cannstatt und Waiblingen großteils gekappt wird und die Bahn selbst bisher noch keine Lösung parat hat, wie die Schüler oder Berufspendler denn ohne S-Bahn in die Landeshauptstadt oder zurückgelangen sollen, bietet sich für manche als Alternative womöglich die Stadtbahn an. Immerhin ist Fellbach als westlichster Vorposten des Rems-Murr-Kreises gleich durch zwei Stadtbahnlinien, die U1 und die U16, mit Stuttgart verknüpft.

55 000 Fahrgäste an jedem Werktag

In den Stadtbahnwaggons selbst könnte es dadurch aber noch enger werden. „Bereits heute werden mit der U1 rund 55 000 Fahrgäste je Werktag befördert“, gab Cornelius Ehlert vom Fellbacher Stadtplanungsamt bereits im vergangenen Spätsommer Einblick in die Statistik. Anlass war die Vorstellung der Ausbaupläne für die Haltestellen. Denn die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) reagieren auf die immer stärkere Nachfrage in Sachen Personennahverkehr mit einer „Doppeltraktion“. So nennt sich die Verdoppelung der bisherigen Kapazitäten durch die neuen 80-Meter-Züge – die in Wahrheit aber, wie zwischendurch bekannt wurde, lediglich genau 75,44 Meter lang sind.

Für die längeren Züge sind allerdings auch längere Bahnsteige erforderlich. Im Bereich Fellbach geht es um fünf Haltestellen: Da ist zunächst als westlichste Station die Beskidenstraße – mit dem Kuriosum, dass die Markungsgrenze von Stuttgart und Fellbach mittig durch den Bahnsteig verläuft. Ebenfalls ausgebaut werden die Höhenstraße, die Esslinger Straße, die Schwabenlandhalle und der Schlusspunkt Lutherkirche. Die Haltestelle dort endet, wie der Gemeinderat kürzlich entschieden hat, künftig 100 Meter früher auf Höhe der Friedhofsmauer. Fellbach sieht dadurch große Chancen, das Areal am Rathaus neu zu entwickeln.

An der Schwabenlandhalle, direkt vor dem Best Western Hotel, sind seit wenigen Tagen die Bauarbeiter bei ihren Umbauaktivitäten am Bahnsteig in Fahrtrichtung Lutherkirche zu beobachten. Der Fahrbetrieb werde grundsätzlich aufrechterhalten, „es kann aber zu Langsamfahrten im Baustellenbereich und damit zu kleineren temporären Fahrplanänderungen kommen“, so die SSB-Presseabteilung. Der Fuß- und Radverkehr am südlichen Bahnsteig muss kleinere Umwege in Kauf nehmen. Auf der Stuttgarter Straße und Tainer Straßen sind zudem immer mal wieder Sperrungen erforderlich.

Ebenfalls bald startet der Ausbau der Haltestelle Höhenstraße, beginnend mit dem Bahnsteig in Fahrtrichtung Stuttgart. Diese Haltestelle kann im April und Mai sowie im Juli immer mal wieder nicht angefahren werden, so die SSB. Die weiteren Stationen in Fellbach sowie auch in Stuttgart folgen dann im kommenden Jahr. An der Esslinger Straße sei eine „komplexere Aufgabenstellung“ zu bewältigen, erklärte Ehlert bereits im August.

Ausbau der Endhaltestelle erst deutlich später

Die SSB nutzt die Umbauten im Übrigen für Verbesserungen in Sachen Barrierefreiheit. So werden die Bahnsteige teilweise angehoben, um den Spalt zwischen Kante und Einstieg zu verringern. Außerdem werden Tastkanten, Aufmerksamkeitsfelder und Blindensignalisierung an den Bestandsüberwegen teilweise nachgerüstet. Insgesamt rechnet die SSB frühestens im Laufe des Jahres 2024 mit einer Inbetriebnahme der neuen Haltestellen – die Endstation Lutherkirche folgt aber erst deutlich später.