Demnächst beginnt der nachträgliche Bau eines Aufzugs. Foto: Steffen Honzera

Der Bezirksbeirat wünscht sich an der Haltestelle Türlenstraße zusätzlich zum neuen Aufzug eine Rolltreppe. Die Stadt lehnt die Forderung ab – wegen Gefahr für die Benutzer.

Stuttgart-Nord - Der Bezirksbeirat Nord wünscht sich zusätzlich zu einem Aufzug in der Haltestelle Türlenstraße eine weitere Rolltreppe. Die lehnt allerdings das Tiefbauamt aus Sicherheitsgründen ab.

Wie berichtet, soll der nachträgliche Einbau von zwei Aufzügen in wenigen Wochen beginnen. Allerdings wird nur einer davon noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Den Einbau des zweiten verzögern Arbeiten, die im Zusammenhang mit Stuttgart 21 stehen, voraussichtlich bis ins Jahr 2014. Und das „ist im Moment noch optimistisch“, sagte Christian Buch, Abteilungsleiter beim Tiefbauamt, „wenn die Bahn nicht vorankommt, kommen wir auch nicht voran“.

1977 dachte beim Planen niemand an Behinderte

Die Haltestelle ist im Februar 1977 in Betrieb genommen worden. Der nachträgliche Einbau von Aufzügen ist deutlich teurer, als wenn die Planer schon beim Bau der Haltestelle an Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte oder Mütter mit Kinderwagen gedacht hätten. Das bestätigt die SSB-Pressesprecherin Susanne Schupp. Allerdings „ist damals noch die Straßenbahn gefahren, in die sind Rollstuhlfahrer kaum hineingekommen“, sagt Schupp, „und das Thema Barrierefreiheit hat bei weitem nicht die Rolle gespielt wie heute“. Auch die später eröffnete Haltestelle Schlossplatz musste mit Aufzügen nachgerüstet werden.

Die SPD im Bezirksbeirat hatte zusätzlich zu den Aufzügen den Einbau einer Rolltreppe beantragt, insbesondere, um Müttern mit Kinderwagen den Zugang zur Stadtbahnstation zu erleichtern. Bisher fährt an der Türlenstraße zwar eine Rolltreppe bergan, aber keine bergab. Den zusätzlichen Service lehnt das Tiefbauamt allerdings aus Haftungsgründen ab. „Wir empfehlen Menschen mit Rollatoren oder Müttern mit Kinderwagen, keine Rolltreppen zu benutzen“, sagte Buch. Die Gefahr sei zu groß, „einen Salto vorwärts zu machen, wenn jemand den Nothaltknopf drückt“. Dies gelte für andere Haltestellen ebenso, sagte der SPD-Beirat Axel Alt, „dann müssten sie die Rolltreppen am Österreichischen Platz sofort abschalten“. So sahen es auch die anderen Fraktionen. Sie befürworteten den Antrag trotz der Sicherheitsbedenken einstimmig.

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