Das Logo der Landeshauptstadt ist in die Jahre gekommen und soll überarbeitet werden. Auch jüngere Designs, wie das der Feuerwehr, kommen auf den Prüfstand.
Das steigende Rössle, daneben der Stuttgart-Schriftzug, dessen Ts ein klassisches Säulenportal bilden: Mit diesem Logo präsentiert sich die Stadt seit 36 Jahren auf Schriftstücken, Broschüren, Aufstellern, Plakaten – auch digital auf ihrer Homepage oder in Netzwerken wie LinkedIn. Doch nun will man im Rathaus moderner werden. Wie jetzt im städtischen Verwaltungsausschuss einstimmig beschlossen, wird sich Stuttgart ein neues Corporate Design (CD) geben – und dafür 280000 Euro aus den bestehenden Mitteln der Kommunikationsabteilung aufwenden.
Tatsächlich umfasst der Auftrag, der zusammen mit einer externen Agentur umgesetzt werden soll, mehr als die Wort-Bild-Marke mit dem Rössle. Corporate Design – das meint das gesamte Erscheinungsbild der Stadt nach außen, darin sollen sich auch Identität und Werte spiegeln. Neben Logo, Farbwelt, Typografie, wird das neue Design etwa auch Form und Inhalte der städtischen Websites und Apps, zum Beispiel Videos, einschließen.
Das heutiges Design stammt aus dem Jahr 1989
Notwendig sei das neue CD, weil Stuttgart spätestens ab 2027 mit dem neuen Bahnhof, der Internationalen Bauausstellung (Iba) sowie dem 800-jährigen Stadtjubiläum „ganz neu ins öffentliche Blickfeld rücken“ wird, hieß es in der Vorlage für die abstimmenden Gemeinderätinnen und -räte. „Es geht darum, das Image und die Marke der Stadt zu stärken.“
Außerdem seien seit 1989, der Geburtsstunde des bisherigen Logos, im Bereich der Landeshauptstadt eine Vielzahl von städtischen Marken und Untermarken entstanden, die nicht systematisch in eine Markenstruktur eingebunden wurden, erläutert Susanne Kaufmann, Leiterin der Kommunikationsabteilung. Vor allem für städtische Kampagnen wurden verschiedenste Logos entworfen, die mit dem offiziellen Stadtlogo nichts gemein haben. „In vielem steckt Stuttgart drin, aber steht nur schwer erkennbar oder gar nicht drauf“, so Susanne Kaufmann. Andere Städte wie Hamburg, Berlin oder Wien seien in diesem Punkt weiter.
Um mehr Einheitlichkeit zu schaffen, soll auch eine Website, ein sogenanntes CD-Net, entstehen, auf der interne und externe Stellen Vorlagen herunterladen können und eigene Entwürfe mit Künstlicher Intelligenz daraufhin prüfen können, ob sie „CD-konform“ sind.
Das Rössle als Wappentier soll übrigens bleiben. „Wiedererkennbarkeit und Kontinuität sind absolut wichtig“, sagt Susanne Kaufmann.
Und was passiert mit Designs, die noch nicht alt sind, wie etwa dem neuen Auftritt mit stilisiertem galoppierenden Ross der Stuttgarter Feuerwehr, der erst im Mai 2025 präsentiert wurde? Dazu sagt Susanne Kaufmann auf Anfrage: „Diese Probleme werden zu klären sein. Wir werden uns bemühen, hier eine bestmögliche Lösung zu finden.“ Aktuell stünden „sehr viele Logos und Marken unstrukturiert nebeneinander“.