Noch ist nicht sicher, ob die Seilbahn über Vaihingen kommen wird. Die Stadt hat zunächst Geld für eine Machbarkeitsstudie bewilligt. Foto: dpa

Der Gemeinderat hat Geld für 13 Maßnahmen zur Optimierung der Mobilität und Luftreinhaltung bewilligt. Dazu gehört auch die Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn, die die staugeplagte Nord-Süd-Straße entlasten soll.

Vaihingen - Nach dem Verwaltungsausschuss hat auch der Gemeinderat das von CDU, SPD und Grünen aufgesetzte Papier abgenickt. Die Fraktionen hatten eine Beschlussvorlage mit 13 Maßnahmen aufgesetzt, die die Mobilität der Verkehrsteilnehmer ebenso wie die Luftqualität in Stuttgart verbessern sollen. 28 Millionen Euro sollen dafür zur Verfügung stehen. „Für das Mobilitätsbündnis und für die Einzelmaßnahmen stimmte eine überwältigende Mehrheit im Gemeinderat“, sagt Jürgen Sauer, CDU-Betreuungsstadtrat für Stuttgart-Vaihingen. Das Bündnis für Mobilität und Luftreinhaltung sieht auch Maßnahmen in den Filder-Bezirken vor.

Viele Fragen müssen noch geklärt werden

So stehen 200 000 Euro für die Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs in Vaihingen zur Verfügung. Das Geld stammt aus der städtischen Deckungsreserve, die im Haushalt für Unvorhergesehenes bereit steht. „Die Mittel sind da, die Machbarkeitsstudie könnte sofort beauftragt werden“, sagt Sauer. Er befürworte die Studie; die Idee einer Seilbahn, die die Pendler von der Nord-Süd-Straße in das Gewerbegebiet Vaihingen-Möhringen bringen soll, findet er „interessant“. „Im Grundsatz kann ich mir das vorstellen. Aber es gibt viele Fragen, die noch offen sind“, sagt Sauer.

Dazu gehört zum einen die Frage, wo die Seilbahntrasse verlaufen soll, wo die Pfeiler stehen werden und wo sich die Haltestellen befinden. Auch, wie die Betriebsstruktur aussehen soll, wer die Seilbahn betreibt und ob sich der ganztägige Betrieb lohnt, muss zunächst geklärt werden. „Die Gretchenfrage wird sein, wie bekommen wir die Menschen dazu, aus ihren Autos aus- und auf die Seilbahn umzusteigen?“, sagt Sauer. Die Lösung muss attraktiv genug sein, die Pendler zum Umstieg zu bewegen. Dazu gehöre der Bau einer Parkmöglichkeit an der Nord-Süd-Straße möglichst nahe der Autobahn, um den Verkehr so weit wie möglich von den Vaihinger Straßen fernzuhalten.

Die Studie ist noch keine Zusage für die Seilbahn

„Die Probleme im Gewerbegebiet, in Vaihingen und in Möhringen sind so groß, dass wir mehrere Maßnahmen brauchen, um die Situation zu entlasten“, sagt der Betreuungsstadtrat. Der Fokus liege auf dem Ausbau der Nord-Süd-Straße, „dem Zubringer schlechthin“, wie Sauer sagt. Der kürzlich beschlossene Vollanschluss Nord-Süd-Straße/Breitwiesenstraße ist ein erster Schritt. „Aber damit ist es nicht getan.“ Eine Seilbahn sei eine weitere Option. „Der Vorschlag ist so interessant, dass wir in die Prüfung einsteigen wollen“, sagt Sauer.

Eine Zusage für den Bau der Seilbahn ist der jetzige Beschluss des Gemeinderats allerdings nicht. „Die Studie ist die Grundlage für die Entscheidungsfindung. Bevor die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie nicht vorliegen, wird keine endgültige Entscheidung getroffen“, sagt Sauer.

Teil des Mobilitätsbündnisses sind zudem Verbesserungen bei den Buslinien, unter anderem durch Taktverdichtungen. In Vaihingen ist die Linie 82 davon betroffen, in Möhringen die Linie 72. Letztere stößt wie berichtet allerdings nicht nur auf Gegenliebe. In der Märchensiedlung, durch die der Bus künftig eine Schleife fahren soll, formierte sich Widerstand.

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