Im Spitalwald westlich von Herrenberg könnten sich in Zukunft sieben Windräder drehen. Wie wirkt sich das auf das Landschaftsbild aus?
Windräder sind groß und verändern das Landschaftsbild. Aber wie genau? Damit sich Bürgerinnen und Bürger ein besseres Bild machen können, lädt die Stadt Herrenberg am Samstag, 28. September, zu einer sogenannten Visualisierungstour ein.
In Herrenberg laufen derzeit Planungen für einen möglichen Windpark im Spitalwald mit bis zu sieben Anlagen mit einer jeweiligen Gesamthöhe von 285 Metern. In direkter Nachbarschaft, auf Jettinger Gemarkung, könnte ein weiterer Windpark mit fünf Windrädern entstehen. Dort planen die Stadtwerke Stuttgart mit 265 Meter hohen Anlagen.
Wie würden sich diese Windenergieanlagen von verschiedenen Standorten aus gesehen in das Landschaftsbild einfügen? Um diese Frage zu beantworten, setzt die Stadt Herrenberg auf digitale Technik. „Mit einer Software werden Animationen der möglichen Windräder, mit sich drehenden Rotoren, realitätsnah in das Kamerabild eines Tablets projiziert“, heißt es in einer Mitteilung. So könnten Bürger eine Vorstellung davon bekommen, wie die Windräder in der Landschaft aussehen würden.
Wo die Tour Halt mach
Als Stationen der Tour nennt die Stadt Haslach, Kuppingen, Oberjettingen und Sulz am Eck. Die Bürger sollen eigenständig dorthin kommen. Die genauen Uhrzeiten und Haltepunkte der Tour will die Stadt Mitte September bekannt geben. Bei einem Infoabend hatte sie Vorschläge zu möglichen Blickpunkten gesammelt und daraus nun offenbar eine Auswahl getroffen.
Als Projektierer für den Herrenberger Windpark hat der Gemeinderat die Energiegenossenschaft Prokon gewählt. Die Entscheidung, ob die Fläche tatsächlich verpachtet wird, trifft das Gremium voraussichtlich Ende dieses Jahres. Bis dahin zeigt sich die Stadt bemüht, möglichst ausführlich rund um den möglichen Windpark zu informieren. So plant sie nicht nur die Visualisierungstour, sondern hat sogenannte Informationswochen über Windenergie organisiert. Pro Monat erscheint auf der städtischen Homepage ein Themenblock.
Finanzielle Beteiligung der Bürgerschaft
Der Block im September wird sich laut Mitteilung mit der finanziellen Beteiligung von Bürgern, der Windenergie auf Wald- und Forstflächen, dem Artenschutz und dem Grundwasser beschäftigen. Zur finanziellen Beteiligung schreibt die Stadt, dass der Projektentwickler Prokon zwei Modelle anbiete. Bürger könnten entweder als Bürgergesellschaft, beispielsweise als Bürgerenergiegenossenschaft, Mitglied bei Prokon werden und einen sogenannten Kommanditanteil erwerben, also Anteilseigener werden, oder als Bürgergesellschaft eine Windenergieanlage in Eigenregie erwerben und betreiben.
Beim Wald weist die Stadt darauf hin, das der dauerhafte Flächenbedarf eines Windrads bei 0,46 Hektar liege. Deshalb könnte der Stadtwald auch mit Windpark seine Funktionen als CO2-Speicher oder als Holzlieferant weiterhin erfüllen.
Mehr Infos gibt es unter: www.herrenberg.de/windkraft.