Bariton Thomas Oliemans soll bald schon Lieder von Francis Poulenc, Gabriel Fauré, Claude Debussy und anderen Komponisten in der Staatsgalerie singen. Foto: Marco Borggreve

Heutzutage sind Ausstellungen mit impressionistischen Werken Publikumsmagnete. Keine Frage, dass die Schau „Mit allen Sinnen! Französischer Impressionismus“ in der Staatsgalerie viele Menschen anziehen wird.

Es ging ihnen nicht um eine objektive Reproduktion der Realität, um die erhabene Darstellung des ewig Gültigen. Die eigene Wahrnehmung war die Grundlage für den Schaffensprozess. So komponierten die Impressionisten nicht bildungsbürgerliche Inhalte nach den Regeln des akademischen Formenkanons, sondern hielten mit einer viel freieren Malweise flüchtige Augenblicke fest.

Auf diese Weise hat eine Gruppe von Künstlern vor mehr als 100 Jahren die Kunstwelt auf den Kopf gestellt. Maler, aber auch Musiker. Was ist schön? Darüber gingen die Meinungen auch damals leidenschaftlich auseinander.

Heute sind Ausstellungen mit impressionistischen Werken Publikumsmagnete. Keine Frage, dass die Schau „Mit allen Sinnen! Französischer Impressionismus“ in der Stuttgarter Staatsgalerie viele Menschen anziehen wird. Noch bis zum 7. März 2021 werden 60 Exponate gezeigt, von denen 33 aus Privatsammlungen kommen und bisher selten oder sogar noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen waren.

„Musik setzt sich aus Farben und Rhythmen zusammen“

In der Musik fanden Claude Debussy und andere Komponisten neue Ausdrucksformen: „Überdies bin ich immer fester davon überzeugt, dass die Musik ihrem Wesen nach nichts ist, was man in eine traditionelle und festgelegte Form gießen könnte. Sie setzt sich aus Farben und Rhythmen zusammen“, sagte Debussy einmal. Und wer sich darauf einlässt, sieht vor seinem inneren Auge zum Beispiel das auf dem nächtlichen Meer glitzernde Mondlicht beim Hören von „Clair de lune“.

Es geht um das Einfangen einer Atmosphäre mit den Mitteln der Musik – subtile Klangfarbenmalerei. Und auch schon Gabriel Fauré verfügte über eine poetische, an Differenzierungen reiche Harmonik. Den Höhepunkt seines Schaffens fand er in der Vokalmusik, insbesondere in seinen Klavierliedern.

Galeriekonzert mit Thomas Oliemans und der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie geplant

Einen wunderbaren, sinnlichen Zusammenklang von visueller und akustischer Kunst des Impressionismus wird daher sicherlich das geplante Galeriekonzert der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie haben. Der Bariton Thomas Oliemans soll Lieder von Francis Poulenc, Gabriel Fauré, Claude Debussy und anderen Komponisten singen.

In Faurés „La bonne chanson“ lässt die Vorstellungskraft den weißen Mond aufgehen. Debussy hat seine „Fêtes galante“ zu Worten von Paul Verlaine geschrieben. Der Rokoko-Maler Antoine Watteau, der dies gerne als Thema für seine Gemälde wählte, war mit seiner freien Pinselführung sicherlich eine Quelle der Inspiration für die Impressionisten. Francis Poulenc schrieb seinen Zyklus „Le travail du peintre“ zu Texten von Paul Eluard, der sich darin auf eine Reihe zeitgenössischer Maler bezieht. Wer sich die Ausstellung vorher anschaut, wird diese Musik wahrscheinlich mit ganz anderen Ohren hören.

Info: Ausstellung „Mit allen Sinnen! Französischer Impressionismus“: bis 7. März 2021, Staatsgalerie, täglich außer Montag, 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, Näheres auf der Homepage der Staatsgalerie.

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