SSB in Stuttgart Was hat es mit den alternativen Aschenbechern auf sich?

Von Beate Grünewald 

„Kippe sucht Becher. Happy Birthday, liebe SSB“ steht auf diversen Aschenbechern, die jemand an Bushaltestellen in Stuttgart befestigt hat. Wir haben bei der SSB nachgefragt, was dahinter steckt.

Stuttgart - Aufmerksamen Bürgern sind sie vielleicht schon aufgefallen: die alternativen Aschenbecher an einigen Bushaltestellen in Stuttgart. Ein Unbekannter hat mit Kabelbinder kleine gelbe Dosen oberhalb von Mülleimern befestigt, die keinen integrierten Ascher besitzen. Die schwarze Aufschrift lautet: „Kippe sucht Becher. Happy Birthday, liebe SSB.“

Der Zweck ist selbsterklärend. Mülleimer ohne Aschenbecher werden schnell zum Brandherd, wenn ein Raucher seine noch glimmende Zigarette darin entsorgt. Ein separater Ascher erscheint also sinnvoll. Doch was steckt hinter dem Gruß? Sind die Aschenbecher ein ernst gemeintes Geburtstagsgeschenk an die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), die in diesem Jahr ihr 150-Jähriges feiert – oder eher ein sarkastischer Seitenhieb?

SSB teilt mit, die Aschenbecher wieder zu entfernen

Bei den SSB gibt man sich verhalten. Von Aschenbechern wisse man nichts, erklärt SSB-Pressesprecher Joachim Knupfer und kündigt sogleich an, diese entfernen zu lassen. Von den guten Absichten eines Unbekannten will Knupfer auch nichts wissen. „Der Bereich um die Haltestellen gehört dem Unternehmen, da kann nicht ohne Genehmigung einfach irgendetwas aufgestellt werden“, sagt der Pressesprecher.

Es gebe bei den SSB sowohl Mülleimer mit als auch ohne Aschenbecher, sagt Knupfer. Die Verschmutzung durch Kippen sei aber bei beiden Varianten gleich, da nicht jeder Raucher die Vorrichtung für Zigarettenstummel nutze. Deshalb sähen die SSB keinen Handlungsbedarf. „Wenn jemand die Idee hat, da etwas zu machen, dann muss er oder sie das offiziell beantragen“, so der Pressesprecher.

Wer ist der unbekannte Aschenbecher-Verteiler?

Die gelben Aschenbecher hängen unter anderem an den Haltestellen Zellerstraße, Wilhemstraße/Olgastraße, Olgaeck und Charlottenplatz – entlang der Strecke der Buslinie 43. Möglicherweise ist der heimliche Aschenbecher-Verteiler ein regelmäßiger Fahrgast dieser Linie, denn die Dosen wurden nicht nur verteilt, sondern werden auch geleert.

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