Thomas Moser, Technischer Vorstand und Unternehmenssprecher der SSB, betrachtet das Siegermodell. Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski

Auf einem Areal zwischen Weilimdorf und Ditzingen wollen die SSB einen Stadtbahnbetriebshof bauen. Den Planungswettbewerb für das Großprojekt hat das Stuttgarter Architekturbüro Auer Weber gewonnen.

Weilimdorf - Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) möchten einen Stadtbahnbetriebshof in Weilimdorf bauen. Nach einigen Diskussionen steht seit 2018 fest, dass sich der Standort auf Stuttgarter Gemarkung an der Grenze zwischen Ditzingen (auf Höhe des dortigen Industriegebiets) und Weilimdorf befinden wird. Nun ist auch der Architektenwettbewerb für das Projekt entschieden, Sieger ist das Stuttgarter Büro Auer Weber.

„Der Bau eines neuen Stadtbahnbetriebshofs ist eine besondere Aufgabe, die nicht alle Jahre vorkommt. Es ist ein wichtiges Zeichen für den Ausbau des ÖPNV und der nachhaltigen Mobilität. Mit dem ersten Preisträger bekommen wir ein Bauwerk in guter Gestaltung, das sich in besonderer Weise mit der Landschaft verbindet“, sagt Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, der selbst mit in der Jury saß. Insgesamt hatten sich 48 Architekturbüros beworben, von denen zwölf in die engere Auswahl gekommen waren. Vorsitzender des rund 40-köpfigen Preisgerichts war Professor Jens Wittfoht. Er lobt vor allem die „technische Funktionalität und die optische Einfügung in die Landschaft“, die den Siegerentwurf auszeichnen würden.

48 Wagen sollen auf dem Gelände Platz finden

Bislang verfügen die Stuttgarter Straßenbahnen über drei Stadtbahnbetriebshöfe: Heslach, Möhringen, Remseck-Aldingen. Da wegen steigenden Verkehrsleistungen, engeren Taktungen und zusätzlichen Linien der Bestand an Stadtbahnwagen immer mehr zunimmt, wird ein vierter Stadtbahnbetriebshof gebraucht – und zwar im nordwestlichen Teil des SSB-Netzes. Dieser Standort bringt unter anderem den Vorteil, dass viele Leerkilometer gespart werden können, weil Bahnen flexibler wieder ins Netz eingeleitet werden können. Das betreffende Areal im Westen von Weilimdorf ist rund 45 000 Quadratmeter groß. Dort sollen 48 Wagen mit einer Länge von jeweils 40 Metern untergebracht werden. Neben einer rund 9500 Quadratmeter großen Abstellanlage soll es eine 6000 Quadratmeter große Werkstatt sowie ein Dienst- und Sozialgebäude mit Stellwerk (2400 Quadratmeter) geben. „Der Plan zeigt scheinbare Einfachheit, vereinigt aber raffiniert und nach außen unaufdringlich alle Abläufe, die wir in einem Stadtbahndepot brauchen“, beschreibt Thomas Moser, der Technische Vorstand und Vorstandssprecher der SSB, den Siegerentwurf. „Unsere Standortauswahl und unsere bisherigen Planungen werden bisher nicht nur von der Stadtpolitik, sondern auch von den Anliegern wohlwollend mitgetragen – das ist nicht selbstverständlich“, sagt Thomas Moser. Er sei guter Dinge, dass ein Entwurf gefunden wurde, der bei Gremien und in der Bevölkerung gleichermaßen auf Zustimmung stoßen werde.

Gut in die Landschaft integriert

Grundlage des Architektenwettbewerbs war nicht zuletzt, dass der neue Betriebshof gut in die Landschaft integriert werden kann und dass auf ganzheitliche, ökologische und nachhaltige Planungsansätze Wert gelegt wird. Das alles hat natürlich seinen Preis: Momentan rechnet man bei den Stuttgarter Straßenbahnen mit einem Kostenrahmen von ungefähr 70 Millionen Euro für den Betriebshof. Fertig werden soll das neue Stadtbahndepot voraussichtlich im Jahr 2027.

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