Der deutsche U-20-Hallenmeister Peter Osazee sprang in Bad Cannstatt bei den U-20-Männern zwar am weitesten, blieb aber deutlich unter seiner Bestleistung. Foto: Günter Bergmann

Nach fast drei Jahrzehnten Pause kehrte das Sprung-Meeting „Auf der Steig“ des TB Cannstatt zurück. Diesmal für den Landesnachwuchs.

Aller Neuanfang ist schwer. An dieses etwas abgewandelte Sprichwort musste sich Jürgen Wörner erinnert fühlen, als er nach 28-jähriger Pause auf der schmucken, neu renovierten Sportanlage „Auf der Steig“ in Bad Cannstatt wieder ein Sprung-Meeting organisiert hatte. Allerdings nicht wie in den Achtziger-und Neunziger-Jahren mit vielfachen Olympia-Siegern, Welt-und Europameistern wie Mike Conley (USA), Ivan Pedroso (Kuba), dem deutschen Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek oder Europameister Dietmar Haaf (SV Salamander Kornwestheim), sondern dieses Mal nur für den Landes-Nachwuchs-Kader.

 

Steffen Hertel, Landestrainer für Weit-, Drei- und Hochsprung, hatte Jürgen Wörner, ehemals „Aushängeschild“ des TB Cannstatt und deutscher Weitsprung-Meister 1985, vor rund sechs Wochen angesprochen, ob es nicht möglich sei, für die jungen Kader-Athletinnen und -Athleten ein Sprung-Meeting zu organisieren, um ihnen ein Qualifikations-Angebot im Blick auf die U-23-EM in Bergen (Norwegen), U-20-EM in Tampere (Finnland) sowie für einen U-18-Länderkampf in Brixen (Südtirol) zu machen. „Klar, das mache ich, auch wenn die Vorlaufzeit recht knapp ist“, sagte Wörner spontan. Die Resonanz am Samstag war dann allerdings sowohl im Teilnehmerfeld, als auch bei den Fans nicht so, wie man es „Auf der Steig“ in früheren Jahren gewohnt war. Grund: „Vor allem die Vorbereitungszeit für das Event war etwas kurz“, sagte Wörner. Aber er und Steffen Hertel zeigten sich letztlich mit der Neuauflage des Meetings zufrieden und signalisierten, obwohl finanziell ein kleiner Minus-Betrag herausgekommen ist, auch im nächsten Jahr wieder ein Sprung-Meeting organisieren zu wollen.

Keine Qualifikationsnorm erreicht

Auch was das Sportliche anbelangte, zeigten sich beide zufrieden, obwohl man den Protagonisten teilweise anmerkte, dass sie wegen der Trainingsstrapazen der Oster-Trainingslagern noch etwas müde wirkten. Dennoch gab es einige gute Ergebnisse, darunter allerdings keine, die zur Qualifikation der internationalen Meisterschaften ausreichen würden. Noah Maximilian Fischer (TV Herbolzheim) verfehlte als U-23-Sieger mit 7,46 Metern im Weitsprung die EM-Norm um 18 Zentimeter. Der deutsche U-20-Hallenmeister Peter Osazee (MTG Mannheim) haderte mit den stetig wechselnden Winden und blieb als bester U-20-Weitspringer mit gerade mal 6,96 Metern weit unter seinem Leistungsvermögen. Ähnlich erging es der süddeutschen U-18-Hallenmeisterin im Hochsprung Sina Stoll (TB Tailfingen), für die bei 1,71 Meter Schluss war. Beachtliche 1,84 übersprang der erst 17-jährige Levent Aziret (DJK SG Wasseralfingen). Im U-20-Weitsprung siegte Carolina Combé (SV Winnenden) mit 5,81 Metern.