Kinderfreuden an der Sprollstraße: Noch spielen die Mädchen und Jungen an der Sprollstraße. Foto: Sägesser

Die Siedlergemeinschaft Hoffeld will es nicht hinnehmen, dass es an der Sprollstraße künftig keinen Kindergarten mehr geben soll.

Hoffeld - Zur Not geht die Siedlergemeinschaft „auf Konfrontationskurs“, sagt der Vorsitzende Uli Demeter. Die Siedlergemeinschaft ist eine Art Bürgerverein in Hoffeld. Vor Kurzem hatte der Vorstand beschlossen, sich dafür starkzumachen, dass es weiterhin einen Kindergarten an der Sprollstraße gibt. „Der Kindergarten gehört zum Hoffeld“, sagt Demeter, „da hängt man einfach dran“.

Wie berichtet, will die katholische Gemeinde Degerloch die an der Sprollstraße bestehende Einrichtung schließen. Die Kirche unterhält im Stadtbezirk zwei Kindergärten, einen an der Reutlinger Straße in Degerloch und jenen in Hoffeld. Beide müssen saniert werden, doch die Gemeinde kann sich dies nach eigenen Angaben nur an einer Stelle leisten.

Die Kirche hat sich überraschend umentschieden

Ursprünglich wollte die Kirche lediglich den Standort in Hoffeld sanieren; mit dem Argument, die Umgebung an der Sprollstraße sei für Kinder schöner als die an der Reutlinger Straße. Vor einem Jahr hatte der Kirchengemeinderat dann überraschend umgeschwenkt: Nur der Degerlocher Kindergarten soll ausgebaut werden.

Gegen dieses Vorgehen formiert sich nun Widerstand. Zunächst hatte sich der Elternbeirat der Hoffelder Einrichtung gegen die Entscheidung der Kirche gewandt. Die Mütter und Väter mutmaßten im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Protest von Anwohnern der Sprollstraße gegen die Ausbaupläne ausschlaggebend war für den Kurswechsel.

Sogar das Fernsehen hat über den Zwist berichtet

Der Zwist um den Kindergarten – der vor allem im Hintergrund ablief – hatte im Sommer 2012 seinen Höhepunkt erreicht. Damals hatte sogar das Fernsehen die Hoffelder Einrichtung als Beispiel dafür genommen, dass Kindergärten und Anwohner immer wieder im Clinch liegen.

Die Einschätzung, dass die den Ausbauplänen gegenüber kritischen Anwohner letztlich die Kirche von ihrem ursprünglichen Beschluss abgebracht hatte, teilt die Siedlergemeinschaft. „Die Aktion der Anwohner war damals gegen den Kindergarten“, sagt ihr Vorsitzender Demeter. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar.“ Er und die anderen wollen nichts unversucht lassen, dass es auch künftig einen Kindergarten im Hoffeld gibt. Die Anwohner hätten mit der Sorge vor Elterntaxis argumentiert. Abgesehen davon, dass die Hoffelder Siedler diese Einschätzung nicht teilen, würde sich das Verkehrsproblem ja nun nach Degerloch verlagern

Die Freien Wähler haben einen Antrag gestellt

Die Siedlergemeinschaft hat die Freien Wähler im Degerlocher Bezirksbeirat gebeten, sich der Sache anzunehmen. Die Wege sind kurz, denn Demeter ist Mitglied bei beiden. In der nächsten Sitzung des Bezirksbeirats werden sich die Fraktionen mit dem Hoffelder Kindergarten befassen, da ein Antrag vorliegt.

Nach Informationen der Freien Wähler „gibt es auch bei den Anwohnern ein Umdenken – denn ein Wegfall des Kindergartens wäre katastrophal für Eltern und Kinder“, heißt es in ihrem Antrag. Sie schlagen vor, dass die Stadt den Katholiken den Kindergarten abkauft. So könne die Stadt dort entweder selbst eine Einrichtung eröffnen oder aber das Gebäude an einen anderen Träger vermieten.

Ein katholische Kindergarten wird es nicht sein

Sollte sich das Engagement von Eltern und Siedlern auszahlen, sprich wenn es auch weiterhin einen Kindergarten an der Sprollstraße geben würde, wird dieser kein katholischer sein. So jedenfalls ist Michael Pope, der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats zu verstehen. An der Entscheidung, das Hoffeld zu verlassen, „daran ist aus meiner Sicht nicht zu rütteln“, sagt er. Im Übrigen legt er Wert darauf, dass der Anwohnerprotest nicht ausschlaggebend für den Beschluss war. In Degerloch sei Platz für fünf Gruppen, im Hoffeld für vier.

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