Sprich-wie-ein-Pirat-Tag Beim Klabautermann!

Von dapd 

An diesem Mittwoch findet zum zehnten Mal der Sprich-wie-ein-Pirat-Tag statt – in unserer Bildergalerie finden Sie einige Anregungen.

Berlin - Es ist so eine Blödelei, die eigentlich nur zwei Kumpels zustande bringen können. Im Jahr 1995 spielten John Baur und Mark Summers Racquetball, eine Mischung aus Squash und Tennis. Es war ein ganz normaler Tag in der Kleinstadt Albany im US-Bundesstaat Oregon, als plötzlich einer der beiden plötzlich wie ein Pirat sprach. „Das war so ein Quatsch, den Kerle halt machen“, sagt Baur heute. Doch einige Jahre später wurde aus dem Quatsch Ernst, und der weltweite Sprich-wie-ein-Pirat-Tag war geboren. An diesem Mittwoch wird der Tag zum zehnten Mal gefeiert.

Schuld daran war ein Artikel in der Tageszeitung „Miami Herald“. Sieben Jahre lang riefen sich Baur alias Ol’Chumbucket und Summers alias Cap’n Slappy immer am 19. September auf der Arbeit an und raunten ein markiges „Arrrrr!“ in den Hörer. Doch dann erschien der Artikel, und plötzlich riefen Reporter aus Europa an und wollten wissen, warum sie wie Piraten sprachen. Baurs und Summers Begründung, „Na, weil es einfach bescheuert ist“, reichte aus, um Nachahmer zu finden. Eine flugs gebastelte Internetseite verzeichnete nach Baurs Angaben schon im Jahr darauf 19 Millionen Zugriffe. Nun, zehn Jahre und einige Hundert Interviews später, greifen immer noch jährlich mehrere Millionen auf ihre Internetseite zu.

Stets mit einer Buddel Rum unter dem Arm

Doch was kennzeichnet eigentlich einen guten Piraten? Einen, der es zumindest verbal mit den Herren Störtebecker oder Blackbeard aufnehmen kann? „Unterm Strich ­bedeutet es, etwas prahlerisch, aufschneiderisch, farbenfroher und großspurig aufzutreten“, rät Baur. Natürlich dürfe man dabei Ausrufe wie „Arrrr!“ nicht vergessen oder auf Deutsch etwa: „Beim Klabautermann!“ Erlaubt sei, was Spaß mache. Der 19. September sei schließlich ein inoffizieller Feiertag, der keinen anderen Zweck habe, als Freude zu bereiten. Auch in Deutschland finden an diesem Mittwoch Piraten-Partys statt, wird der Hamburger Feermaster besungen – und das stets mit einer Buddel Rum unter dem Arm.

Viele Gerüchte ranken sich im Internet um die Freizeit-Piraten. Eines lautet, es gebe eine Verbindung zur ebenfalls übers Internet bekannt gewordenen und religionskritischen Bewegung des Fliegenden Spaghettimonsters. Die Wahrheit aber sei, dass deren Erfinder Bobby Henderson nur 15 Meilen von den Piraten entfernt studierte, so Baur.

Die Piraten-Tradition soll ewig weiterleben – auch wenn der Schriftsteller Baur und der Sozialarbeiter Summers sich mittlerweile kaum noch sehen. Baur wohnt mit seiner Familie inzwischen in New Orleans. Nun verbreitet er den Piraten-Gedanken eben im Mississippi-Delta. Arrrrr!

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