Amazon-Alexa und Microsoft-Cortana sollen in Zukunft miteinander kommunizieren. Foto: AP

Was steckt hinter dieser Freundschaft? Alexa und Cortana, die Sprachassistentinnen von Amazon und Microsoft, sind ab Herbst potenziell im Dauerplausch.

Stuttgart - Sie tragen Frauennamen wie Siri, Alexa und Cortana, eher geschlechtsneutrale Bezeichnungen wie Bixby oder klar funktionale wie Assistant. Sprachassistentinnen und -assistenten, wie sie Apple, Amazon, Microsoft, Samsung und Google geschaffen haben, sind derzeit das große Ding in der Welt der Informationstechnologie.

Sprachassistenten sollen einmal intuitiv und natürlich wie ein Mensch kommunizieren können und dabei die Fragen beantworten und Produkte kaufen, die das Internet zu bieten hat. Das Ziel ist der lieb gewonnene, persönliche Begleiter, der aufgrund seiner gesammelten Erfahrungen den Nutzer sanft durch den Alltag steuert wie – je nach Sichtweise – ein Diener, Partner oder Chef. Bis sie es geschafft haben, dafür selbstständig zu lernen und Schlussfolgerungen zu ziehen, sollen die digitalen Assistenten die Welt von Smartphone und eigenem Heim steuern und einfacher zugänglich machen. Das heißt, die Kaffeemaschine starten, die Lieblingsmusik wählen, den Kalender checken, die Route planen, die Freundin anrufen.

„Alexa, öffne Cortana“, heißt das neue Kommando

Die Freundin anrufen? Das machen zwei der Assistentinnen bald unter sich aus. Mit der Aufforderung „Alexa, öffne Cortana“ oder „Cortana, öffne Alexa“ machen sich Amazons und Windows Sprachassistentinnen bereit für den Dauerdialog, das heißt sie sprechen und lauschen. Ab Herbst sollen Alexa und Cortana damit zu Freundinnen werden. Das ist in der Welt der Informationstechnologie durchaus ungewöhnlich, zumal wenn dahinter zwei US-Technologiegiganten stecken.

Vielleicht sollte man auch von eher einer arrangierten Zwangsheirat sprechen, die den Unternehmen einige Vorteile bringt. Microsoft kommt seinem Ziel, die eigenen Programme wie Outlook und Office auf möglichst jedes Gerät zu bringen, einen Schritt näher – schließlich dominiert Amazons Alexa derzeit den Markt. Amazon wiederum kann jene Nutzer an sich binden, die gerne geschäftliche Dinge erledigen – Outlook ist hier der Standard. Cortana kann deshalb Alexa zum Beispiel sagen, wann und wo die nächsten Treffen sind.

Alexa und Cortana sind im Kampf um die Sprachhoheit jetzt ein wenig lauter als Siri & Co.

Alexa und Cortana sind damit im Kampf um die Sprachhoheit und damit dem bequemen Zugang zu Menschen, Häusern und Internet etwas lauter geworden. Dass sie sich mit Apples Siri oder Googles Assistant zusammenschließen, ist aber unwahrscheinlich. Apple hält Mitbewerber generell eher aus den eigenen Diensten fern. Google wiederum versucht, die Sprachhoheit über sein weltweit dominierendes Betriebssystem Android zu erreichen.

Damit ist aber nicht gesagt, dass Alexa und Cortana nicht insgeheim mit Siri und Google Kontakt aufnehmen. Über das Internet können sie auch so mit den Diensten der anderen kommunizieren, nur gehen die Absprachen weniger tief. Aber manche Partnerschaft ist ja aus einem kleinen Plausch entstanden.

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