Die Planungen für das neue Funktionsgebäude auf dem Dätzinger Holzberg gehen weiter. Doch dem Gemeinderat sind die Kosten von fünf Millionen Euro zu hoch.
Einstimmig, aber mit gemischten Gefühlen nahm der Grafenauer Gemeinderat am Mittwochabend die Kostenberechnung von rund fünf Millionen Euro für das neue Funktionsgebäude am Sportplatz auf dem Dätzinger Holzberg zur Kenntnis. Angesichts der noch unklaren Finanzierung trotz einiger Einsparungen seien die noch zu hoch, lautete das einhellige Fazit. Während die ohnehin fast fertige Bebauungsplanung abgeschlossen werden soll, wird sich eine noch gründende Arbeitsgruppe mit der weiteren Kostenoptimierung beschäftigen.
„Wir kämpfen für das Projekt schon länger als 15 Jahre“, führte Bürgermeister Martin Thüringer in das Thema ein und referierte außerdem über die kritische finanzielle Lage der Gemeinde mit derzeit voraussichtlich 22 Millionen Euro Schulden allein bis 2029. Die Idee deshalb von Anfang an: Das neue Funktionsgebäude und einen weiteren mit über zwei Millionen Euro zu Buche schlagenden Sportplatz auf dem Dätzinger Holzberg über den Verkauf der bisherigen Sportflächen an der Döffinger Jahnstraße zu finanzieren.
Bauplätze sollen Millionenertrag bringen
Fünf bis neun Millionen Euro könnten für rund 24 500 Quadratmeter Bauplätze nach den aktuell marktüblichen Preisen erlöst werden, rechnete Martin Thüringer vor. Bereits bei der Hauptversammlung des TSV Grafenau am Montagabend hatte der Schultes diese Zahlen vorgestellt. „Wir brauchen Planungssicherheit für die Zukunft und müssen zeitnah was machen“, forderte Tim Gersonde angesichts des nicht mehr zeitgemäßen Zustands der bestehenden Anlagen auf dem Holzberg und in der Jahnstraße im Gemeinderat.
Außerdem stellte das TSV-Vorstandsmitglied Eigenleistungen und mögliche Bauzuschüsse von Seiten des Württembergischen Landessportbundes in Aussicht. Das Problem: Die Gemeinde müsste in Vorleistung gehen und darauf setzen, etwaige Kredite mit den später anfallenden Grundstückserlösen zu refinanzieren. Einen Bau in Etappen oder gar eine Reduzierung des 2400 Quadratmeter umfassenden Raumprogramms um einen großen Veranstaltungsraum und die Küche brachten deshalb einige Gemeinderäte ins Spiel.
„Zeitnah in die Pötte kommen“
Ralf Mornhinweg Freie Wähler
„Ich bin absolut dafür, dass was passiert, aber eigentlich können wir es uns nicht leisten“, brachte FDP-Gemeinderätin Franziska Stahl die Stimmung im Gremium auf den Punkt. „Jeder von uns würde es dem TSV gönnen“, formulierte Thomas Rölli (FWG), „wir müssen zeitnah in die Pötte kommen“, forderte Fraktionskollege Ralf Mornhinweg angesichts des schon eineinhalb Jahrzehnte währenden Vorlaufs und der weiter steigenden Baukosten.
Hoffen auf Zuschüsse
„Es ist wichtig, auch in schwierigen Zeiten zu sagen, wir machen was“, erklärte Bürgermeister Martin Thüringer, der zusammen mit der Verwaltung trotzdem erst den angestoßenen Verkauf der Bauplätze aus dem Baugebieten Mittenbühl Erweiterung Nord sowie Baugebiet Malmsheimer Weg Nord abwarten möchte und auf einen Zuschuss aus der Bundesförderung hofft. Bereits in der nächsten Sitzung am 20. April soll sich der Bauausschuss des Gemeinderats mit dem Holzberg befassen. Ob bis dahin die beschlossene Arbeitsgruppe zum Thema feststeht, bleibt abzuwarten.