Die Leinfelder Gymnasiasten müssen derzeit zum Turnen auf andere Sporthallen ausweichen. Foto: Archiv Natalie Kanter

Das Dach der Sporthalle des Immanuel-Kant-Gymnasiums ist schon länger undicht. In den Ferien sollte es gerichtet werden. Doch die Bauarbeiten mussten gestoppt werden.

Das neue Schuljahr hat für die Lehrer und Schüler des Leinfelder Immanuel-Kant-Gymnasiums (IKG) mit einer schlechten Nachricht begonnen: Ihre Schulsporthalle ist bis auf Weiteres gesperrt. Schülerinnen und Schüler dürfen sich dort aktuell nicht aufhalten, Freizeitsportler dort nicht trainieren. Sport steht trotzdem auf dem Stundenplan der Gymnasiasten: „Mit Unterstützung der Stadt bekommen wir es hin, allen Schülerinnen und Schüler einen adäquaten und guten Sportunterricht anzubieten“, sagt Martin Alber, Sportlehrer an dem Gymnasium. „Wir weichen auf andere Hallen aus“, sagt Schulleiterin Susanne Schneider-Frey.

 

Das Hallendach sollte gerichtet werden

Das Dach der Sporthalle, in der auch der TSV Leinfelden trainiert, ist schon längere Zeit undicht. In den Sommerferien sollte es nun gerichtet werden. Vor Beginn der Arbeiten wurde es dann auf Schadstoffe untersucht. Dabei sind im Anstrich des Daches festgebundene Asbestfasern entdeckt worden. „Die Fasern waren und sind nicht gefährlich, solange sie in der Farbe gebunden sind“, erklärt Ingrid Krebs, die zuständige Amtsleiterin unserer Zeitung. Bei jedem Bohren oder Sägen aber wäre es problematisch geworden. Denn der Asbeststaub sollte nicht eingeatmet werden.

Die IKG-Sporthalle wurde für den Schul-, und Vereinssport gesperrt, die Sanierung des Daches konnte erst gar nicht richtig beginnen. „Die Gewerbeaufsicht hat die Bauarbeiten gestoppt“, sagt Ingrid Krebs. Für die Entsorgung des belastenden Materials wurde eine Fachfirma beauftragt. In den kommenden beiden Wochen soll besprochen werden, wie die weitere Vorgehensweise sein wird. Noch habe die Stadt seitens der Spezialisten keine Informationen bekommen, wie man die Farbe nun am besten vom Dach herunterbekommt.

Dass bei anstehenden Sanierungen von Schulen, oder auch anderen Gebäuden und Bauwerken Asbest gefunden wird, ist keine Seltenheit. Denn der Werkstoff war von den 1930er Jahren an wegen seiner praktischen Eigenschaften sehr beliebt. Er galt als „hitzebeständig, isolierend, nicht brennbar“, ist auf der Internetseite des Umweltministeriums Baden-Württemberg nachzulesen. 1993 wurde sein Einsatz dann verboten. Mittlerweile ist belegt, dass Asbeststaub ein krebserregender Gefahrenstoff ist. Dennoch steckt das Material bis heute in zahlreichen Gebäuden, die jetzt zur Sanierung anstehen.

Einen ähnlichen Fall wie am IKG hatte es im vergangenen Jahr an der Ludwig-Uhland-Schule, ebenfalls in Leinfelden, gegeben. Auch dort sollte das Dach gerichtet werden. Dort wurde belastetes Material in der Dachabdeckung gefunden. „Dieser Fall ist aber abgeschlossen“, sagt Ingrid Krebs. Für die Schülerinnen und Schüler des IKG findet der Sportunterricht nun vor allem im Leinfelder Sportzentrum, der Halle der benachbarten Realschule und auch der Goldäckerhalle statt. Eine Klasse, bei der in der fünften und sechsten Stunde Turnen auf dem Stundenplan steht, wird die Musberger Sport- und Festhalle nutzen, die vor wenigen Tagen wieder in Betrieb genommen wurde. Weil es etwas dauert von Leinfelden nach Musberg zu kommen, hat diese Klasse „dann zehn bis 15 Minuten weniger Sportunterricht“, erklärt Sportlehrer Martin Alber. Die Schüler fahren mit dem Fahrrad oder laufen gemeinsam mit ihren Lehrern dorthin. „Sie bewegen sich in dieser Zeit also auch schon.“