Der Schweizer Nationaltorhüter Yann Sommer trifft zwar so gut wie nie ins gegnerische Tor, dafür trifft er aber ziemlich gut die richtigen Töne. Foto: Baumann

In der Welt des Sports gibt es auch auch in diesen schwierigen Tagen reichlich Absurdes, Seltsames und Lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: der musikalische Fußballer Yann Sommer.

Stuttgart - Fußballer singen gern. In der Kabine, unter der Dusche und in der Öffentlichkeit. Franz Beckenbauer sang 1966 brav von guten Freunden, die niemand trennen kann, HSV-Import Kevin Keegan säuselte 1979 von „Head over heels in love“, das tragische VfB-Dreieck Marco Haber, Fredi Bobic und Gerhard Poschner forderte 1996 „Steh auf!“ – nicht zu vergessen das deutsche Nationalteam, das bis in die 1990er einige Fans mit WM-Songs wie „Mexico mi amor“ (mit Peter Alexander) oder „It’s just a game“ (mit Nicole) in eine Schockstarre versetzte, die sie mitunter im Turnier gar zu verschärfen wusste.

Schweizer singen auch. Die Fußballer haben dem Berufsverband der Pflegefachpersonen eine dicke Fränkli-Spende zugeteilt, mit einem Video macht das Team darauf aufmerksam – jeder Spieler singt eine Zeile aus dem John-Lennon-Hit „Imagine“. Die Nati-Kicker wollen in der Corona-Krise „Mut und Hoffnung geben“, wenn auch viele die richtigen Töne verfehlen wie ihre Schüsse das Tor. Das gilt nicht für Yann Sommer, was nicht verwundert: Der musikalische Torhüter spielt Klavier sowie Gitarre und hat im kleinen Kreis schon Konzerte gegeben. Doch ein Sommer macht eben keinen Chor. Die Schweizer mögen Wichtiges erfunden haben wie das Kräuterbonbon, die dreieckige Schokolade und das Multifunktionstaschenmesser – nur eines sicher nicht: das Singen.

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