Peter Neururer auf seiner Harley – normalerweise fährt er nur zur Entspannung Motorrad. Doch wovon soll der Mann sich denn dieser Tage entspannen? Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

In der Welt des Sports gibt es auch auch in diesen schwierigen Tagen reichlich Absurdes, Seltsames und Lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: der nimmermüde Peter Neururer.

Stuttgart - Peter Neururer ist ein Tausendsassa, es scheint, auf dieser Welt nichts zu geben, was der Mann nicht kann. Er führte den VfL Bochum als Trainer an die Spitze der Fußball-Bundesliga und gar in den Uefa-Cup, was ihn zum Satzverleitete: „Wenn’s nach Fachkompetenz ginge, müsste ich Real Madrid trainieren.“ Er war begehrter Experte bei Fußball-Talks und Live-Spielen, wo er durch Sprüche begeisterte wie: „Ich bin Idealist. Wenn das Leben nicht so teuer wäre, würde ich alles umsonst machen.“ Er kümmert sich als Coach um die Fitness der arbeitslosen Fußball-Profis. Bald wurde der Omnipotente von Lästerern als „Peter, der Große“ verspottet.

Doch in der Corona-Krise ist der ruhelose 64-Jährige zur Untätigkeit verdammt. Kontaktsperre. Kein Fußball, auch auf den Golfplatz darf der Mann nicht – also übt er Abschläge und das Putten in seinem Garten. Und am Nachmittag setzt sich der Mann auf seine Harley und cruist ein bisschen durch die Gegend, was er eigentlich sonst nut zur Entspannung und zum Abschalten macht. Doch wovon müsste Peter Neururer dieser Tage abschalten? Vom Nichtstun, aber das fällt ihm so schwer wie einem Fünfjährigen das Stillsitzen. Wenn Peter Neururer die Corona-Krise mit der unvermeidlichen Kontaktsperre durchsteht, ohne die Regeln zu brechen, dann verdient er ohne Zweifel den Titel „der Große“.

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