Kann es nicht lassen und hilft im Tor noch einmal aus: Henning Fritz Foto: imago /Chromorange

Neben Siegen und Niederlagen gibt es in der Welt des Sports auch reichlich Absurdes, Seltsames und Lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: der ehemalige Handballer Henning Fritz.

Stuttgart - Angenommen, der VfB Stuttgart hat nächste Saison ein Personalproblem in der Abwehr, dann könnte er ja den 45 Jahre alten Verteidiger Marcelo Bordon reaktivieren. Junge Fans müsste man vielleicht ein bisschen aufklären, wer Bordon überhaupt ist und aus welcher Epoche des Fußballs er stammt. Doch ansonsten könnte der Brasilianer, der seinerzeit zu den besten Innenverteidigern der Bundesliga zählte, im fortgeschrittenen Alter seine Zweikampf- und Kopfballstärke unter Beweis stellen und seinem Ex-Club auch dank seines knallharten Schusses für ein paar Wochen aus der Patsche helfen.

 

Alles nur Träumerei? Nun, im Handball, da geht es. Neun Jahre nach Beendigung seiner Karriere kehrt der einstige Welthandballer Henning Fritz ins Tor zurück und hilft damit der SG Flensburg-Handewitt im Meisterschaftsrennen, weil sich der Stammtorhüter Benjamin Buric verletzte. Fritz ist bereits sehr ordentliche 46 Jahre alt – und für ihn spricht wohl, dass die Laufleistung des Torwarts nicht unbedingt das ist, was die Spiele entscheidet. Die Frage wird sein, ob die alten Reflexe noch sitzen. Vermutlich verhält es sich mit Aufgaben eines Handballtorwarts wie mit dem Radfahren – man verlernt es nicht.

Immer noch fit

„Ich halte mich mehrmals die Woche mit Crossfit und Joggen fit und fühle mich bereit, die SG in dieser Phase der Saison zu unterstützen“, sagte der gebürtige Magdeburger Fritz, der in 235 Partien im Tor der deutschen Nationalmannschaft stand. Die Nummer eins im Tor der SG bleibt allerdings Torbjoern Bergerud. Fritz möchte ihm nur punktuell den Rücken frei halten – so gut es eben noch geht.