Spektakulärer Sieg gegen die Auswahl aus der Heimat: Andreas Herzog Foto: AP

Neben Siegen und Niederlagen gibt es in der Welt des Sports auch reichlich absurdes, seltsames und lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: Andreas Herzog, der Fußball-Nationaltrainer von Israel.

Haifa - Eigentlich ist die Rechnung einfach. Wer 103 Länderspiele für Österreich gemacht hat und eine Fußball-Ikone seines Landes ist, der müsste – unterm Strich – ein guter Kandidat für den Job des Nationaltrainers sein. Bei Andreas Herzog kamen die Funktionäre aber zu einem anderen Ergebnis. Was angeblich nichts mit den Mathematik-Kenntnissen des Ex-Profis („Wir spielen mit 100 Prozent Herz und 15 Prozent Hirn“) zu tun hat, sich nun aber trotzdem zu einem Problem summiert. Denn der Wiener, in Österreich bei der Wahl neuer Nationaltrainer mehrfach verschmäht, coacht mittlerweile die Auswahl Israels, die in der EM-Qualifikation dank des Herzog-Faktors zuletzt einen spektakulären 4:2-Sieg gefeiert hat – gegen Österreich!

Herzog, der sich im November 2017 mächtig aufgeregt hatte, nachdem er wieder einmal übergangen worden und ihm Ex-VfB-Profi Franco Foda vorgezogen worden war („Verarschen kann ich mich selber!“), hätte nun zur Generalabrechnung ausholen können. Doch statt aufzuaddieren, was ihm in seiner Heimat alles widerfahren ist, ließ Herzog lieber die Österreicher reden – das sprach ohnehin für sich. „Jetzt“, jammerte zum Beispiel Verteidiger Maxi Wöber, „sind wir die Beschissenen.“ Herzog tut übrigens gut daran, keinen Bruch mit seiner alpenländischen Heimat zu vollziehen. Schließlich könnte es durchaus sein, dass er schon in nicht allzu ferner Zeit mal wieder seinen Lieblingsspruch anwendet: „Da ist schon lange Schnee drüber gewachsen.“

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