Turner Tim-Oliver Geßwein: Gute Haltungsnoten. Foto: Pressefoto Baumann

Tim-Oliver Geßwein hat beim Trampolinturnen den Dreh raus. Dafür wurde der Nachwuchssportler von der Sportkreisjugend Stuttgart ausgezeichnet.

Stuttgart - Der junge Mann verfügt über ein ganz besonderes Fluggespür, und dieses hat ihn bis fast ganz nach oben getragen. Jugend-Vizeweltmeister im Synchron-Trampolinturnen ist Tim-Oliver Geßwein vom MTV Stuttgart am 13. November 2014 in Daytona Beach in Florida mit seinem Partner Lars Weiland geworden, nur knapp geschlagen von den Japanern. „Wir waren synchroner und von der technischen Ausführung her besser, aber die Kür der Gegner war risikoreicher“, sagt Tim-Oliver Geßwein.

Bei der Wahl zum Team des Jahres 2014 der Sportkreisjugend hat es für den 19-Jährigen dann aber für den Titel in der Kategorie Mannschaft/Doppel/Paare gereicht. Sein Kollege erhält keinen Preis, da er in Frankfurt und damit in einem anderen Bundesland lebt. „Das bedeutet mir sehr viel, weil es nicht so einfach ist, in einer Randsportart so was zu erreichen“, sagt Geßwein.

Er sitzt im Aufenthaltsraum des Turn-Leistungszentrums in Ruit. Bundestrainer Michael Kühn wartet an diesem Nachmittag aber vergebens auf den begabten Athleten, der wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht trainieren kann. Und er muss auch bei der Ehrung im Stuttgarter Rathaus passen, weil gleichzeitig ein Kader-Lehrgang in Bad Kreuznach stattfindet. „Das ist sehr schade“, findet Geßwein, „ich war schon oft bei den Geehrten dabei, und jetzt bin ich Erster und kann nicht hinkommen.“

Auf Anhieb dritter Platz

Wenn sich seine Karriere aber so weiterentwickelt, wird es nicht die letzte Auszeichnung für den Maschinenbaustudenten bleiben. Inzwischen startet er bei den Männern und belegte bei seinem ersten Wettkampf in Saarbrücken im Einzel auf Anhieb den dritten Platz. Ganz nebenbei wurde er beim Deutschen Turnfest auch noch Mehrkampfmeister im Sechskampf und turnt auch noch für den TSV Schmiden. Ein Bewegungstalent eben.

2009 wechselte er vom Turnen aufs Trampolin. Er genießt die zwei Sekunden Flugphase während seiner Kür, in denen er ein Feuerwerk aus Salti und Schrauben abspulen kann, er hat den Dreh raus, wie man die Schwierigkeit einer Übung, die Präzision in der Ausführung und die Flugdauer miteinander verbindet. Elegant sieht das aus bei einer Größe von 1,73 m, und seine Ausstrahlung beeindruckt die Kampfrichter.

Mit Lars Weiland trainiert er nur selten zusammen. Wenn sie bei einem Wettkampf auf das elastische Tuch steigen, dann müssen sie sich aufeinander verlassen können. „Man hat ein ganz anderes Gefühl auf dem Gerät, weil man auch Verantwortung für den Partner hat“, sagt Tim-Oliver Geßwein.

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