Warnt vor überproportional hohen Kosten für die zusätzlichen Stellplätze: Finanzbürgermeister Michael Föll. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Neben der neuen Sporthalle am Georgii- und Keßlerweg entstehen trotz der hohen Mehrkosten 67 statt 40 Abstellplätze. Die Debatte im Ausschuss drohte dabei in den Grundsatzstreit für und wider das Auto abzugleiten.

Stuttgart - Beim Bau einer neuen Sporthalle auf der Waldau in Degerloch wird es mehr als die zuletzt von der Stadtverwaltung geplanten 40 Parkplätze in einer Tiefgarage geben. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates hat am Mittwoch mit der Mehrheit aus CDU, SPD, Freien Wählern und FDP 27 zusätzliche Plätze beschlossen. Das treibt die Kosten um 883 000 auf 12,2 Millionen Euro hoch.

Die Debatte im Ausschuss drohte am Mittwoch in den Grundsatzstreit für und wider das Auto abzugleiten. Man müsse den „den Mut haben, den Bürgern zu sagen, was ökologisch notwendig ist“, sprach Hannes Rockenbauch, Fraktionschef von SÖS/Linke-plus, gegen mehr Stellplätze.

Grundwasser steht hoch an

Die Festlegung der Verwaltung auf 40 Stellplätze hatte allerdings wenig mit Ökologie zu tun. Bei der Planung der dreiteilbaren, 47 auf 27 Meter großen Halle gegenüber der Eiswelt, die auch eine Bewegungslandschaft, Multifunktions- und Kraftraum sowie 180 Plätze für Zuschauern erhalten wird, waren 70 Stellplätze vorgesehen gewesen. Bei der Untersuchung des Untergrundes traf man auf hoch anstehendes Grundwasser. Weil die Kosten durch die Abdichtung und zusätzliche Gründung aus dem Ruder gelaufen wären, wurde die Tiefgarage neben die Halle verschoben und auf 40 Plätze geschrumpft. Von den im Georgii- und Keßlerweg wegfallenden Parkplätzen können so aber nur noch wenige ersetzt werden. Für die CDU ein klarer Bruch der Versprechungen an die Bevölkerung, zumal die Halle, so Fred Stradinger, seit Jahrzehnten auf der Wunsch- und Bedarfsliste stehe. Man stehe im Wort, sagte auch Hans H. Pfeifer (SPD). Man habe versprochen, wegfallende Plätze zum Teil zu ersetzen.

Anfang 2020 soll die Halle fertig sein

Die Grünen verwiesen auf die nahe Stadtbahn-Haltestelle und lobten das Energiekonzept mit Fotovoltaik, Wärmepumpe und der Koppelung an die Eiswelt.

Wenn man die gestrichenen Stellplätze doch noch unterbringen wolle, würden diese „überproportional teurer“, warnte Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU). Bei rund 32 700 Euro pro Stellplatz werde der Hallenbau, der Anfang 2020 fertig werden soll, „als Negativbeispiel ein Fall für den Bund der Steuerzahler“, so Föll. Man müsse sich fragen, ob der Aufwand zu rechtfertigen sei. Föll wurde nicht erhört. Die Mehrkosten sollen zum größten Teil im Haushalt 2018/2019 finanziert werden.

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