Sehen sich als langfristiges Duo beim VfB Stuttgart: Trainer Pellegrino Matarazzo (li.) und Sportdirektor Sven Mislintat. Foto: Baumann

Pellegrino Matarazzo hatte beim VfB Stuttgart noch einen Vertrag bis 2021 – den der Club in der vergangenen Woche bis 2022 verlängerte. Eine kuriose Entscheidung – die Sven Mislintat nun erklärt.

Stuttgart - Wer die einfachen Zusammenhänge liebt, wird sagen: alles richtig gemacht. Nach zwei enttäuschenden Niederlagen nach der Corona-Pause in der Zweiten Fußball-Bundesliga hat der VfB Stuttgart in der vergangenen Woche den Vertrag mit Trainer Pellegrino Matarazzo vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert. Es folgten die beiden Siege gegen den Hamburger SV (3:2) und bei Dynamo Dresden (2:0). Dabei war diese kurzfristige Wirkung, so es sie denn gab, gar nicht Sinn und Zweck der ungewöhnlichen Aktion.

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Dem VfB, namentlich vor allem Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat, geht es um die langfristige Entwicklung. Und die wollen sie mit personeller Kontinuität begleiten. Also auch mit einem Trainer, der nicht bei jeder noch so kleinen sportlichen Krise um seinen Job bangen muss. So wollten sie auch die ungewöhnliche Maßnahme der vergangenen Woche verstanden wissen.

Matarazzo soll der Richtige sein

„Es ist an der Zeit zu zeigen: Am Trainer liegt es nicht“, erklärte am Montag Sven Mislintat die vorzeitige Vertragsverlängerung. Ansonsten hätte es womöglich wieder einmal die Person des Trainers als Ausrede gegeben. Aber: „Wir brauchen keine Ausrede, wir wollen uns nicht verstecken.“ Die Arbeit von Pellegrino Matarazzo, der erst im Januar beim VfB begonnen hat, habe man sich seitdem und damit lange genug angeschaut. Mislintat und Hitzlsperger sind sich sicher, den Richtigen gefunden zu haben. „Er macht seinen Job zu 100 Prozent. Er hat den Hunger, diesen Verein erfolgreicher zu machen.“

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Mislintat wunderte sich zudem über manche Einschätzung zur Vertragsverlängerung – und dass man „auf die Fresse“ bekomme, wenn man die Kontinuität liefere, nach der alle immer schreien würden. Allerdings ist er selbst genau daran beim ersten Versuch gescheitert.

Auch Tim Walter galt als Zukunftslösung

Zu Saisonbeginn war es das Ansinnen des Duos Hitzlsperger/Mislintat, dass der Trainer Tim Walter den VfB langfristig nach vorne bringen solle. Auch der impulsive Badener war, ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag, als Lösung für die Zukunft gedacht – doch nach wenigen Monaten wurde das Projekt für beendet erklärt. Walter musste noch vor Weihnachten gehen, Matarazzo übernahm.

Eile war nun eigentlich nicht geboten mit einer Ausdehnung des Kontrakts des Italoamerikaners, der ja einen Vertrag bis 2021 hatte. Der VfB verlängerte dennoch vorzeitig – und hofft nun, dass dieses Signal auch langfristige Wirkung erzielt.

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