Das gemeinsame Ja von VfB und Sportdirektor Sven Mislintat ist die logische Konsequenz aus dem Stuttgarter Erfolgsweg. Nun gilt es, das bisher Erreichte kontinuierlich auszubauen, kommentiert unser Redakteur Heiko Hinrichsen.
Stuttgart - Nein, Sven Mislintat gibt gewiss nicht immer den Kuschelbären. Vielmehr ist der VfB-Sportdirektor zwar ein offener, kontaktfreudiger Kommunikator, aber auch ein Mann mit Ecken und Kanten. Als detailversessen gilt der gebürtige Dortmunder, als harter Verhandler und als eine Führungsfigur, die sich dem Projekt Zukunft VfB mit Haut und Haaren verschrieben hat.
Auch im Ringen um seinen neuen Vertrag hat Mislintat seine Hartnäckigkeit wieder unter Beweis gestellt. Erst, als sichergestellt war, dass ihm nicht eines Tages ohne eigene Mitsprache ein anderer Chef als Sportvorstand vor die Nase gesetzt wird, hat der 48-Jährige unterschrieben. Am Ende dürfen sich beide Seiten gratulieren. Der VfB, weil er sich nun mindestens bis 2023 die Dienste des „Diamantenauges“, eines der größten Experten auf dem Transfermarkt, gesichert hat. Und Mislintat, weil sein Kompetenzbereich auf Sicht klar abgesteckt ist.
Jugendstil und mutiger Offensivfußball
Letztlich ist das beidseitige Jawort eine logische Konsequenz aus dem bisherigen Erfolgsweg. Nach dem Aufstieg hat sich das größtenteils von Mislintat kreierte VfB-Team in Liga eins etabliert. Seine Bilanz ist blitzsauber. Die Fans freuen sich über den Jugendstil, über mutigen Offensivfußball und über Trainer Pellegrino Matarazzo, der stetig an Format gewinnt. Gelingt es dem Sportdirektor, neben den erfolgreichen Auslandstransfers künftig über die eigene Jugend für mehr weiß-rote Identität beim VfB zu sorgen, wäre das schwäbische Fußballglück perfekt.