CDU, Freie Wähler und Grüne im Ostfilderner Gemeinderat beantragen die Bereitstellung einer Baufläche. Die großen Vereine wollen die Finanzierung selbst stemmen.
Der Bedarf an Hallenflächen in der Stadt Ostfildern ist groß und wächst weiter. Bereits vor drei Jahren hatten die großen Sportvereine in der Stadt anlässlich der Entwicklung eines Papiers zu gemeinsamen Zielen festgestellt, dass für Hallensportarten keine ausreichenden Hallenzeiten zur Verfügung stehen. Die Gemeinderatsfraktionen der CDU, der Freien Wähler und der Grünen haben nun in einem gemeinsamen Antrag einen Vorschlag zur Verbesserung der Situation unterbreitet.
Die vier großen Sportvereine ziehen an einem Strang
Demnach soll die Stadt den vier Mehrsparten-Sportvereinen Ostfilderns, dem TV Nellingen, dem TB Ruit, dem TV Kemnat und dem TSV Scharnhausen, ein Baufeld kostenfrei zur Verfügung stellen. Dort könnten die Vereine gemeinsam in Eigenregie und selbstfinanziert eine Freilufthalle erstellen und betreiben. Dies entspräche einem der von den vier Vereinen erarbeiteten Ziele, dem wachsenden Bedarf an Sportstätten in der Stadt durch die Schaffung von weiteren Spiel- und Sportflächen zu begegnen.
Wie Uwe Stahlmann (CDU), der den Antrag im Gemeinderat vortrug, feststellte, werde Ostfildern „in absehbarer Zeit nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um die vorhandenen Bedarfe zu erfüllen. Gleichwohl sollte die Entwicklung des Sports in der Stadt, die selbstverständlich auch von der Bereitstellung einer guten Infrastruktur abhängig ist, nicht darunter leiden.“
Als – auch finanziell – tragfähige Lösung biete sich der Bau einer Freilufthalle ohne sanitäre Einrichtungen an. Eine solche Halle ermögliche es, „eine weitere attraktive überdachte Sportfläche in der Stadt zur Verfügung zu stellen, Hallenzeiten für die eigentlichen Hallensportarten freizugeben und damit für vielerlei Sportarten und -angebote einen neuen zentralen Sportstandort zu schaffen“, erklärte Stahlmann, der auch Vorsitzender des TSV Scharnhausen ist.
Die Vereine setzen auf eine Förderung durch den Landessportbund
Die Finanzierung, die Projektleitung sowie der Betrieb sollten laut dem Antrag durch die vier Sportvereine geleistet und von der Stadt begleitet werden. Unterstützung könne das Unternehmen McArena bieten, das kürzlich zwei solcher Hallen im Sportpark Esslingen-Weil erstellt hatte. Wie Stahlmann erklärte, dürfte die Halle problemlos finanzierbar sein. Er rechne mit Kosten von etwa 375 000 Euro netto, hinzu kämen weitere 75 000 Euro für die Vorbereitung des Baufelds. Der Württembergische Landessportbund fördere solche Vorhaben mit einem Drittel der Kosten. Vereine, Schulen, die Kindersportschule, der Württembergische Fußballverband und weitere freie Bucher könnten durch Nutzungsgebühren zur Finanzierung beitragen. „Eine solche Halle lässt sich vermarkten“, sagte Stahlmann.
„Klar ist, dass die Halle zentral liegen muss, in der Mitte der Stadt. Das hat symbolischen Charakter für die Zusammenarbeit der Vereine und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Einwohner. Der Standort muss baurechtlich möglich und vor allem auch gut erreichbar sein“, sagte Uwe Stahlmann. Ein Baufeld im Scharnhauser Park, beim Jugendtreff L-Quadrat und den dortigen Sportflächen, dränge sich daher geradezu auf. „Im Scharnhauser Park hätten wir die Anbindung an die Stadtbahn, das ist für uns essenziell.“
Die Verwaltung will mit den Vereinen das Gespräch suchen
Nun liegt der Ball in der Spielfeldhälfte der Stadt, und dort ist man nicht untätig. Generell habe die Verwaltung Zeit bis zur übernächsten Sitzung des Gemeinderats, um konkret auf einen Antrag im Gremium zu antworten, erklärte die Stadtsprecherin Petra Giacopelli. „Die Verwaltung wird nun mit den Vereinen in Kontakt treten und die Sache besprechen. Danach wird sich das Freiflächenmanagement um das Problem der Baufläche kümmern“, sagte Giacopelli. In der Novembersitzung wisse man dann möglicherweise schon mehr.