Der Kunstrasenplatz und das Kleinspielfeld in Leinfelden sind gesperrt. Foto: Caroline Holowiecki

Das Stadion in Leinfelden wird seit September saniert, nun wurden kurzfristig auch der städtische Kunstrasenplatz und das Kleinspielfeld daneben gesperrt. Vor allem für den örtlichen TSV ist das ein Problem.

Zäune, immer mehr Zäune. Das große Sportareal am Rand von Leinfelden gleicht dieser Tage einem Zoo. Das Stadion mit dem Echtrasenplatz in der Mitte ist sowieso schon seit September abgesperrt, weil die Tartanbahn saniert wird. Nun ist auch der städtische Kunstrasenplatz westlich des Stadions großräumig mit einen stabilen Zaun abgeschirmt und das angrenzende Kleinspielfeld gleich mit. Eine schwere Kette macht den Zugang dort unmöglich.

 

Schuld an der Sperrzone ist das Flutlicht. Acht Masten gibt es auf dem Gelände – und im Zuge der Arbeiten im Stadion sei festgestellt worden, dass sie nicht mehr standfest sind, erklärt Benjamin Dihm, der Erste Bürgermeister. Nach dem Abtragen der Kunststoffdecke der Laufbahnen hat sich erst das ganze Desaster offenbart. Er erklärt: Die Asphalt- und Schottertragschichten darunter sind nicht dick genug, aufgrund des Alters der Anlage – das Stadion ist von 1974 – und des undurchlässigen Untergrundes funktioniert auch die Drainage nicht mehr. „Die Stadt Leinfelden-Echterdingen war gezwungen, eine grundhafte Sanierung zu beauftragen“, sagt er. Zusätzlich wurde die Standsicherheit Flutlichtmasten geprüft. „Aufgrund von Korrosion im Übergangsbereich zwischen Stahl und Betonfundament wurden die Masten als nicht mehr standsicher eingestuft, was durch ein zweites Gutachten bestätigt wurde“, erklärt Dihm.

Betroffen ist in erster Linie der TSV Leinfelden. Jörg Holzschuh, der Vorsitzende, berichtet, dass den Frauen- und Männermannschaften von den Bambini bis zur Kreisklasse nun eine weitere Sportstätte fehle. Glück im Unglück: Bis zur Winterpause stehe nur noch eine Handvoll Spiele an, und der Württembergische Fußballverband habe dem TSV eine Ausnahmegenehmigung erteilt, sie auf dem vereinseigenen Kunstrasenplatz, der sich ebenfalls im Sportgebiet zwischen Leinfelden und Echterdingen befindet, ausrichten zu können.

Allerdings stelle es für den Verein „eine Herausforderung dar, die Trainings auf einen Kunstrasen drücken zu müssen“, sagt Holzschuh. In der Folge habe man auch Trainingszeiten reduzieren müssen. Das Ganze sei alles andere als ideal. Bei dem vereinseigenen Kunstrasenplatz gebe es weder eine Toilette noch Umkleiden. Für den Toilettengang sei zwar ein Dixiklo vorhanden; um sich umzuziehen und die Pausen zu verbringen, müssten die Teams allerdings mehrere Minuten außenrum ins Sportzentrum gehen. „Das ist einfach lästig.“

Mobile Flutlichtmasten könnten kurzfristig Abhilfe schaffen. Foto: Alexander/ Müller

Seit Montag werden die maroden Masten nun abgebaut. Der TSV-Vorsitzende hofft auf eine schnelle Lösung. Mitte Januar müsse es „für eine vernünftige Saisonvorbereitung“ Ersatz geben. Deswegen habe er die Stadtverwaltung auf die Möglichkeit von mobilen Flutlichtmasten hingewiesen. Benjamin Dihm bestätigt, dass das geprüft werde. „Ja, wir versuchen, mobile Masten zu besorgen.“ Jörg Holzschuh spricht von einer guten Lösung, denn der Einbau von neuen festen Masten wird deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Laut dem Bürgermeister laufen die Planungen auf Hochtouren. Im Frühsommer 2025 soll die Sanierung abgeschlossen sein.