Glühende Hitze auf dem Fußballplatz: Bei Temperaturen von 38 Grad ist Sport eine Qual. Foto: dpa

Das Wetter kümmert sich nicht um Einzelschicksale. Turniere, Testspiele oder die Vorbereitung auf die neue Saison – alles von langer Hand geplant. Doch die Spitzensportler wissen sich für zu helfen. Wir haben nachgefragt: Was hilft für das Training bei 40 Grad?

Stuttgart - Fußball-Trainingslager in Österreich, Rasen-Tennis in Wimbledon mit Temperaturrekord und acht Stunden Ironman in Frankfurt an diesem Sonntag: Die Hitzeglocke, die sich dieser Tage über große Teile Europas stülpt, macht Sportereignisse zum Härtetest. Vor allem Profis müssen dessen ungeachtet Höchstleistungen bringen.

Zum Beispiel im österreichischen Mayrhofen, wo die Fußballer des VfB Stuttgart für die neue Bundesliga-Saison schuften. Und dies mit einem Programm, das nur zum Teil Rücksicht auf die Temperaturen nimmt: Radfahren, Laufeinheiten, Krafttraining, Testspiele. „Erst über 38 Grad leidet die Intensität des Trainings“, sagt Mannschaftsarzt Ray Best, „wir legen aber viele Trinkpausen ein.“ Außerdem bittet Alexander Zorniger morgens etwas früher und abends etwas später zum Training. Ray Best empfiehlt den Spielern nach der schweißtreibenden Arbeit zudem Nahrungsergänzungsmittel, vor allem Natrium – um den Salzhaushalt im Körper auszugleichen. Pflicht ist auch die Eistonne: Sie dient der schnelleren Regeneration und ist normalerweise nicht das reine Vergnügen. In diesen Tagen ist sie eine willkommene Erfrischung.

Oder in Südtirol, wo die Stuttgarter Kickers ihr Trainingslager beziehen: Auf dem Weg dorthin kicken die Blauen an diesem Freitag (14 Uhr) gegen den FV Illertissen. Nicht gerade die angenehmste Tageszeit bei diesen Temperaturen. Das Spiel zu verschieben ergibt auf der Durchreise aber wenig Sinn. Trainer Horst Steffen setzt stattdessen auf Absprachen mit dem Schiedsrichter und verordnet Trinkpausen. So wie es im Übrigen auch viele kleinere Vereine im Land halten. Steffen macht klar: „Wir hängen das Spiel nicht zu hoch, was zum Beispiel die Laufbereitschaft betrifft. Da wird dann mehr Wert gelegt auf Standards und technische Finessen.“

Beim Tennis in Wimbledon zählt allerdings nur der Sieg: Auf dem Centre Court wurden zuletzt Temperaturen von über 35 Grad Celsius gemessen. „Es ist definitiv anders zu spielen, wenn das Gras so trocken ist“, sagte Andrea Petkovic nach ihrem Zweitrunden-Sieg gegen Mariana Duque-Marino (6:3, 6:1). „Es war anstrengend bei der Hitze und mit dem Wind, ich hätte nicht gerne drei Sätze gespielt.“ Tags darauf fielen zwar ein paar Regentropfen, die ersehnte Abkühlung war das aber nicht. Die Tennisprofis legten sich mit Eis gefüllte Handtücher in den Nacken, die Zuschauer kühlten sich mit Mini-Ventilatoren.

Und beim Ironman in Frankfurt? 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen bei rund 40 Grad muten sich die 3000 Starter beim Triathlon an diesem Sonntag zu. Ihren Ehrgeiz zügeln werden wohl nur wenige Starter, immerhin haben sich die weltbesten Triathleten angekündigt. Dafür haben die Veranstalter vorgesorgt: „Wir haben 14 Tonnen Eis geordert, sieben Verpflegungsstationen eingerichtet, wir bekommen genügend Wasser aus den Hydranten und wir haben etwa 250 Rot-Kreuz-Helfer an der Strecke“, sagt der für Deutschland zuständige Chef der World Triathlon Corporation, Björn Steinmetz.

An Stars wie Amateure geht trotzdem die Empfehlung, bei diesen Bedingungen nicht auch noch auf persönliche Rekordjagd zu gehen. „Wenn es diesmal eine halbe Stunde länger dauert – kein Problem“, sagt Steinmetz. oder kurz gesagt: Immer schön kühlen Kopf behalten.

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