Gregor Gysi wurde früher Gogi genannt Foto: dpa

Der Fraktionschef von der Linkspartei verrät Kindern aus Stuttgart seinen Schulspitznamen.

Stuttgart - Wer Zeitung liest, weiß mehr. Und will womöglich noch mehr wissen. Das geht vielen Lesern so, auch den Mädchen und Jungen der Klasse J1 der Grundschule Stuttgart-Uhlbach. Sie haben mitgemacht bei unserem Zeitungsprojekt NISCH, jeden Tag aufmerksam die Zeitung gelesen, natürlich auch die Stuttgarter Kinder-Nachrichten.

In deren Erstausgabe ist ihnen etwas aufgefallen. Alle Spitzenpolitiker, die sich darin vor der Bundestagswahl vorstellten, verrieten ihren Spitznamen in der Schulzeit, wenn sie denn einen hatten. Nur Gregor Gysi, Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, wollte nicht.

Angela Merkel, die Kanzlerin von der CDU, nannten in der Schule alle nur „Kasi“. Ein Wortspiel mit ihrem Mädchennamen Kasner. Katrin Göring-Eckardt hatte den Spitznamen „Ecki“. Den muss man nicht erklären.

Aber Gysi? Was war mit Gysi? War sein Spitzname zu peinlich, wollte er ihn deshalb nicht verraten? Das war eine der Fragen, die die Grundschulkinder neugierig machten. Und was macht man, wenn man eine Frage hat? Man traut sich und stellt sie einfach. Also schrieben die Uhlbacher Kinder einen Brief nach Berlin, an das Bundestagsbüro von Herrn Dr. Gregor Gysi. Und siehe da, die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Gregor Gysi verriet den Kindern seinen Schulspitznamen. Und die Kinder berichteten unserer Zeitung stolz von ihrem Rechercheerfolg.

Nun ist so ein Spitzname ja etwas Persönliches. Deshalb haben wir bei Gregor Gysi nachgefragt, ob es in Ordnung ist, wenn die Stuttgarter Nachrichten ihn verraten. Er hatte nichts dagegen.

Und das schrieb Gregor Gysi den Uhlbacher Kindern: „Herzlichen Dank für Euren Brief, über den ich mich sehr gefreut habe. Zur Zeit habe ich keinen Spitznamen. Als Kind nannte man mich allerdings ‚Gogi‘. Eigentlich bin ich ganz froh, dass ich zur Zeit keinen Spitznamen habe. Mit herzlichen Grüßen, Euer Gregor Gysi.“

Gogi also. So nannten die Mitschüler also Gregor Gysi, als der in Berlin-Adlershof zur Schule ging. Es ist ein lustiger Spitzname, der mit dem Vor- und Nachnamen spielt. Der muss einem nicht peinlich sein, oder? Und im Bundestag wird schon niemand auf die Idee kommen, den Oppositionsführer Gregor Gysi so zu nennen.

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