Intendant Tamas Detrich gibt dem Publikum Drama: Die neue Saison sorgt mit vielen Handlungsballetten für Spannung, wagt aber auch multimediale Tanzexperimente.
Gute Nachrichten gibt es für die Freunde des Handlungsballetts: Tamas Detrich hat für die nächste Spielzeit reichlich Erzählstoff vorgesehen. John Neumeiers „Anna Karenina“ bleibt im Repertoire, der „Nussknacker“ darf erstmals nicht nur in der Adventszeit, sondern auch in den Ferien tanzen. 2026 folgen die Wiederaufnahmen von „Dornröschen“, „Onegin“ und „Mayerling“.
Neuen Tanzstoff liefert das Stuttgarter Ballett mit den multimedialen „Interaktionen“ (10. Januar) im Schauspielhaus. Gebündelt werden unter diesem Titel für andere Anlässe entstandene Tanzexperimente: Fabio Adorisio erweitert sein Kafka-Duett „Oh Dear“, Friedemann Vogel zeigt das gemeinsam mit Thomas Lempertz konzipierte Solo „Die Seele am Faden“ endlich auch in Stuttgart und Martino Semenzato passt das Solo „Untamed“, zu dem der gleichnamige Film von Donna Volta Newmens zu sehen ist, fürs Foyer an.
Noch mehr Zeitgenössisches bietet der Ballettabend „Augen/Blicke“ (6. März). Ist den Sinnen oder den Gefühlen mehr zu trauen? Das fragt das Choreografenpaar León & Lightfoot in „Shut Eye“, 2016 fürs NDT entstanden. Christopher Wheeldon gibt mit dem Sonnenuntergangsstück „Within the Golden Hour“, 2008 in San Francisco ausgedacht, zudem sein Stuttgart-Debüt. Eigengewächs Vittoria Girelli wird in diesem Rahmen erstmals fürs Opernhaus choreografieren.
Ballett im Park feiert 20. Geburtstag
Die letzte Premiere am 25. April ist eine Hommage an Stuttgarts zweiten Ballettdirektor Glen Tetley: Anlass für „Tribute to Tetley“ ist sein 100. Geburtstag, auf dem Programm stehen neben der Stuttgarter Kreation „Voluntaries“ sein 1974 in München entstandener „Sacre du printemps“ und das 2011 ins Stuttgarter Repertoire übernommene Frühwerk „Ricercare“, das 1966 am American Ballet Theatre herauskam. Noch ein Jubiläum steht an: Ballett im Park wird 20 Jahre alt und feiert am 25. Juli mit einer Gala den Erfolg dieser gepflegten Form des Public Viewing.