Klar beschildert: Ein Spielplatz in Heidelberg. Foto: DKFZ

Forderungen des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Deutschen Kinderschutzbundes nach einem Rauchverbot auf Spielplätzen stoßen bei Kommunen auf offene Ohren.

Forderungen des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Deutschen Kinderschutzbundes nach einem Rauchverbot auf Spielplätzen stoßen bei Kommunen auf offene Ohren.

Stuttgart - Angesichts der Diskussion um ein Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen hat sich der baden-württembergische Städtetag jetzt mit einem Rundschreiben an die Kommunen gewandt und sie aufgefordert zu handeln. „In den Arbeitsgruppen des Städtetags besteht schon seit Jahren Konsens darüber, dass auf Spielplätzen das Rauchen nicht zu gestatten ist“, heißt es in dem Schreiben des Verbandes vom Dienstag. Etliche Mitgliedsstädte hätten dies in ihren Benutzungsordnungen bereits umgesetzt. Die anderen sollten nachziehen.

„Nicht nur das Rauchen stellt eine Gesundheitsgefahr dar, sondern vor allem herumliegende Kippen. Da sie hochgiftig sind, können sie bei Kleinkindern erhebliche Gesundheitsgefahren auslösen“, betont Stefan Gläser, Hauptgeschäftsführer des Städtetags, in seinem Brief. „Aus diesem Grunde ist es unabdingbar, diese Gefahrenquellen zu eliminieren und nach Möglichkeit durch ein Hinweisschild auf das Rauchverbot an den Spielplätzen hinzuweisen.“

Die Notwendigkeit zu einem eigenen Landesgesetz sieht Gläser nicht. Die Kommunen könnten das Rauchverbot in ihren Benutzungsordnungen für Spielplätze verankern. Andererseits verkenne man die Signalwirkung einer landesweiten Regelung wie in Bayern oder Nordrhein-Westfalen nicht. Der zuständige Dezernent des Städtetags, Gerhard Mauch, sagte unserer Zeitung, für eine landesweite Regelung spreche, dass sie öffentlichkeitswirksamer ist. Wenn im Bewusstsein der Leute ankomme, dass Kippen giftig sind, brauche es auch nicht unbedingt Kontrollen.

Gleichzeitig schloss sich Mauch Forderungen an, außer dem Rauchen auch den Alkoholkonsum auf Spielplätzen zu untersagen. Weder Kippen noch Alkohol hätten dort etwas zu suchen.

Wie berichtet, wird im Stuttgarter Gemeinderat im März über ein Rauchverbot diskutiert. Vorreiter ist Heidelberg, das bereits 2005 ein solches Verbot erlassen und auf sämtlichen öffentlichen Spielplätzen „Rauchfrei“-Schilder aufgestellt hat. Nach Auskunft der Giftnotrufzentrale in Freiburg kommen Fälle von Zigaretten-Vergiftungen eher im häuslichen Umfeld vor als auf Spielplätzen. Nähmen Kleinkinder Kippen in den Mund, könnte dies aber sehr wohl zu Vergiftungserscheinungen führen.

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