Das heruntergekommene Schiff auf dem Spielplatz muss weichen. Foto: Benjamin Schieler

Der Spielplatz Strombergstraße und der Aussichtspunkt Wieland-Wagner-Höhe sollen im kommenden Frühjahr umgestaltet werden. Das Problem bei diesen und anderen Projekten auf Spielplätzen oder in Grünanlagen im Stadtbezirk: Das Geld reicht nicht.

S-Ost - Nach dem verwaltungsinternen Wechsel des Landschaftsarchitekten und Bezirksingenieurs beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt, Karl-Heinz Lehrer, herrschte im Osten eine Zeit lang eine Art Vakuum. Nun stellte sich Lehrers Nachfolger Christoph Kerner im Bezirksbeirat vor. Im Gepäck: zwei Projekte, die ihm besonders wichtig sind und die er demnächst angehen möchte. Allerdings muss die Stadt in beiden Fällen wegen Finanzierungslücken vorerst einige Abstriche machen.

Erst vor einem Vierteljahr hat der Spielplatz an der Strombergstraße unweit des Ostendplatzes positive Schlagzeilen geschrieben. Auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt 2013 hatten die 16 Lions-Clubs der Stadt und der Leo-Club Stuttgart-Neckartal insgesamt 26 000 Euro gesammelt. Das Geld geht traditionsgemäß in die Modernisierung eines Spielplatzes – in diesem Jahr just von jenem in Ostheim, der die Spende gut vertragen kann. Allerdings: Weit kommen werden die Sanierer mit dem Betrag nicht. Die große Lösung kostet Kerner zufolge mehr Geld, das derzeit nicht zur Verfügung steht. Bis sich das ändert, werde es mindestens bis zum Doppelhaushalt 2016/2017 dauern.

Im Frühjahr wird der Wasserbereich verbessert

Die Verwaltung muss ihre Pläne an der Strombergstraße wohl oder übel in zwei Abschnitte aufteilen. In einem ersten Schritt will das Garten-, Friedhofs- und Forstamt voraussichtlich im Frühjahr 2015 den Wasserbereich des Spielplatzes aufbessern. Hier sind Arbeiten an einer vorhandenen Pumpe vorgesehen, von der aus das Wasser in künstliche und natürliche Rinnen fließen wird – anders als zuletzt in der wärmeren Jahreszeit auch wieder zuverlässig. Kleinere Besucher dürfen sich auf einen Sand- und Matschplatz freuen. Ein heruntergekommenes Spielschiff muss dagegen weichen.

Auch für die bereits etwas älteren Nutzer an der Strombergstraße soll sich die Situation dauerhaft verbessern. Für sie ist ein Kiesfeld vorgesehen. Die restlichen Geräte hätten ebenfalls Aufmerksamkeit dringend nötig, ebenso die identitätsstiftende Rollschuhbahn, die um den Platz herum führt. Die meisten Modernisierungsarbeiten sind jedoch fürs Erste verschoben.

Bei keinem Projekt reicht das Geld

Kerners zweites Projekt betrifft die Wieland-Wagner-Höhe an der Richard-Wagner-Straße nahe der Villa Reitzenstein. Die Aussichtsplattform biete einen tollen Blick auf die Innenstadt, „aber die Aufenthaltsqualität ist wenig begeisternd“, sagt der Landschaftsarchitekt. Eine bessere Ausstattung der Plattform soll dem etwas entgegen setzen. Geplant ist das ebenfalls fürs nächste Frühjahr, dann sollen auch die Treppen zur Anlage erneut werden. 45 000 Euro stehen zur Verfügung. Das reicht nicht für einen behindertengerechten Zugang, der etwas länger auf sich warten lassen wird. „Er ist im Gesamtkonzept verankert, aber leider derzeit nicht umsetzbar“, sagte Kerner.

Die Lokalpolitiker nutzten die Vorstellungsrunde sowie den Besuch des Bezirksleiters Mitte im Amt, Andreas Hellmann, für generelle Kritik am Zustand der Spielplätze im Osten. „Ich vermisse bei der Pflege die Nachhaltigkeit“, sagte beispielsweise Federico Busarello von der FDP; Thomas Schneider-Graf von den Grünen stimmte dem zu. Andreas Hellmann äußerte sein Verständnis. „Das kann man nicht schönreden. Wir müssten häufiger etwas tun“, gab er zu, führte die Situation aber auf eine mangelhafte Personalausstattung zurück.

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