Eckard Burgdorf, Spender von einer Million Euro für die Fortsetzung des Spielkartenmuseums Leinfelden-Echterdingen, zum zögerlichen Verhalten der Stadt über sein Angebot.
Dass er mit seiner Bereitschaft zur Spende von einer Million Euro für die Weiterführung des Spielkartenmuseums in Leinfelden-Echterdingen nicht nur offene Türen einrennt, war Eckhard Burgdorf von Anfang an klar: „Dieses Angebot war ja die Reaktion darauf, dass die Stadt signalisiert hat, dass sie das Spielkartenmuseum abwickeln will“.
Doch dies war Anfang Juni, als Burgdorf dieses Angebot unterbreitet hat. Und nun ist Mitte Oktober. Und noch immer ist nicht definitiv geklärt, ob das Museum nun weitergeführt wird oder nicht – und wenn ja, in welcher Form. Wobei die Weichen im Gemeinderat in Richtung Schließung gestellt sind. Und das würde dann auch bedeuten, dass Burgdorfs Spendenangebot hinfällig wäre.
Ein leidenschaftlicher Sammler
Es ist nun noch nicht Burgdorfs Ding, schlechte Stimmung gegenüber der Stadt zu machen. Er weiß, was auf dem Spiel steht, denn die Sammlung kennt er nur zu gut: „Seit Ende der 1970er Jahre bin ich im Förderverein, eine Zeit lang war ich auch Vorsitzender“, so Burgdorf. Und auch privat ist er ein leidenschaftlicher Spielkartensammler, der anlässlich des Jubiläums seiner Firma auch schon mal eine Sonderedition für Spielkarten bei einem Künstler in Auftrag gegeben hat.
Statt schlechte Stimmung zu verbreiten, verfolgt er nun aufmerksam die vielfältigen Bemühungen des derzeitigen Vorstands des Fördervereins um die Vorsitzende Ilona Koch. Die weisen dieser Tage in zahlreichen Gesprächen auf die Situation und den drohenden Verlust des Spielkartenmuseums hin – bei Terminen mit Gemeinderäten, mit Entscheidungsträgern und anderen Interessierten.
Bürgerstiftung Leinfelden-Echterdingen unterstützt das Museum
Jedes einzelne derer Argumente kann Burgdorf unterschreiben. Etwa:„Die künftigen Gehälter und Kosten, die dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt wurden im Falle einer Weiterführung, sind viel zu hoch angesetzt. Das sind Luftschlösser, die passen nicht zur bisherigen Kostenstruktur“. Oder: „Der Förderverein kann nicht allein verantwortlich die Weiterführung übernehmen, auch nicht mit Hilfe der Spende von einer Million Euro. Damit ist dessen Struktur mit Ehrenamtlichen überfordert. Die brauchen einen guten Partner an ihrer Seite“. Oder: „Wie soll der Förderverein neue Partner oder Spender finden, wenn Stadt und Land sich nicht zur Fortsetzung des Spielkartenmuseums bekennen?“. Die Bürgerstiftung der Stadt etwa hat jüngst die Förderung des Projekts „spielend lernen. Förderung der kulturellen Bildungseinrichtung in der Schönbuchschule“ vom Spielkartenmuseum beschlossen.
Teil einer Museumskonzeption der Stadt Leinfelden-Echterdingen
Am Dienstag, 21. Oktober, wird der Gemeinderat nochmals über das Spielkartenmuseum entscheiden. Koch und ihre Kollegen sind bis dahin unermüdlich unterwegs in ihrer Sache, weisen etwa darauf hin, dass die Spielkartendependance Teil einer städtischen Museumskonzeption sein müsste. Einer dieser Gesprächspartner war der Oberbürgermeister im kleinen Kreis. „Unserem Eindruck nach ist seine bisherige ablehnende Haltung zur Fortführung des Museums nicht in Stein gemeißelt. Diesen Eindruck haben wir aus dem Gespräch mitgenommen“, sagt Koch.
Wie es bei Burgdorf nun wirklich aussieht mit seiner Motivation, da lässt er sich – typisch Kartenspieler – natürlich nicht wirklich ins Blatt schauen. Nur so viel: „Das ist für mich ja nun wahrlich auch nicht etwas alltägliches, dass ich solch einen Betrag in Aussicht stelle. Aber hier zählen die Argumente, nicht die Befindlichkeiten“.