Der VfB Stuttgart freut sich über den Sieg gegen Bochum. Foto: Pressefoto Baumann

Technisch guter Fußball und ein Traumtor von Nicolas Gonzalez: Die Stuttgarter besiegen den VfL Bochum mit 2:1 – doch es passt nicht alles im VfB-Spiel, wie unsere Spielanalyse „Fünferkette“ zeigt.

Stuttgart - Der VfB hat nach den Siegen über Hannover 96 und dem FC St. Pauli auch sein drittes Heimspiel mit 2:1 gewonnen. Gegen den VfL Bochum trafen Daniel Didavi (19.) und Nicolas Gonzalez (49.) für die Stuttgarter bei einem Gegentreffer von Silvère Gonvoula (39.). „Der Gegner hat uns alles abverlangt. Wir haben ein paar Konter nicht gut ausgespielt – so wie bereits in den vergangenen Wochen“, sagte der Stuttgarter Trainer Tim Walter, der mit seiner Mannschaft als Tabellenzweiter klar auf Kurs liegt. Dennoch muss der VfB vorne in puncto Effektivität zulegen, denn gegen schwache Bochumer war mehr drin als nur zwei Tore.

Spielidee

Dass der bislang sieglose VfL Bochum selbst für Zweitliga-Verhältnisse keine Übermannschaft stellt, war bereits vor Anpfiff klar. Daher setzte der VfB von Beginn an auf seine technische Überlegenheit, agierte vor 48.600 Fans in der Mercedes-Benz-Arena im 4-4-2-System mit Mittelfeldraute wie gewohnt dominant – und wusste auch gleich mit ein paar ansehnlichen Kombinationen zu gefallen. Der Höhepunkt war hierbei der 40-Meter-Pass von Phillip Klement, den Daniel Didavi gekonnt annahm, ehe er mit einem druckvollen Linksschuss zur Stuttgarter 1:0-Führung traf (19.).

Spielentscheidend

Wie mache ich einen überforderten Gegner stark? Auch das gab es an diesem Spätsommerabend in Bad Cannstatt zu sehen. Zunächst zeigte sich einmal mehr, dass Holger Badstuber im Antritt auf den ersten Metern zu langsam ist. Nat Phillips konnte nach einem verlorenen Laufduell des Innenverteidiger-Kollegen nur auf Kosten eines Eckballes klären. Als die Ecke dann lang in den Sechzehner kam, stand dort der Bochumer Ganvoula am zweiten Pfosten ganz frei. VfB-Torhüter Gregor Kobel war gegen den Flachschuss machtlos: 1:1. Die Stuttgarter hatten einmal mehr gezeigt, dass ihre Offensivtaktik hinten auf tönernen Füßen steht. Was für die Elf von Trainer Tim Walter spricht: Sie geriet zwar durch den überraschenden Ausgleich ins Stolpern, fiel aber nicht.

Spielentscheider

Was für ein Einstand: Zur Halbzeit eingewechselt, sorgte Nicolas Gonzalez in der 49. Minute für kollektiven Jubel innerhalb der VfB-Fangemeinde. Die Aktion, die zum 2:1 führte, war allein das Eintrittsgeld wert. Zunächst schlug Gonzalez einen Haken – und schlenzte den Ball dann aus halbrechter Position links oben ins Bochumer Tornetz. Dies war das Sahnehäubchen auf einen spielerisch ansehnlichen VfB-Auftritt mit etlichen Szenen zum Zungeschnalzen. Dabei zeigte auch der Neuzugang Silas Wamangituka, welch feiner Fußballer er ist. Doch für den Kongolesen gilt wie für den gesamten VfB: Trotz guter Wertung in der B-Note hätte es gegen den VfL Bochum das ein oder andere Tor mehr sein müssen. „Es war ein hochverdienter Sieg für uns“, sagte der VfB-Mittelfeldspieler Atakan Karazor: „Wir müssen allerdings an unserer Chancenverwertung arbeiten.“

Wortspiel

„Wir müssen uns besser belohnen, häufiger belohnen. Da können wir noch was drauflegen. Aber wir befinden uns in einer positiven Entwicklung“, resümierte der VfB-Trainer Tim Walter.

Spielplan

Am nächsten Wochenende ist Länderspielpause. Danach tritt der VfB, der mit elf Punkten hinter dem Hamburger SV (13 Zähler) Tabellenzweiter ist, am Samstag, 14. September um 14 Uhr bei Jahn Regensburg an.

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