Der Trog Richtung Neuhausen, in dem die künftige S-Bahn verkehren soll, wächst. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Neuhausens Bauvorhaben rund um den neuen Bahnhof liegen im Zeit- und Kostenplan – auch wenn die Bahn selbst sich um ein Jahr verspätet.

Die S-Bahn kommt ein Jahr später, aber die Gemeinde Neuhausen ist im Zeit- und Kostenplan für den neuen Bahnhof und sein Umfeld. Bis Ende 2027 – dem ursprünglich geplanten Start des S-Bahn-Verkehrs – werde die Gemeinde ihre Bauprojekte abgeschlossen haben, teilt Bürgermeister Ingo Hacker mit. Der Kostenrahmen von knapp 15 Millionen Euro werde eingehalten. Mit der S-Bahn ist nach jetzigem Stand Ende 2028 zu rechnen.

 

Die Bauarbeiten und die notwendige Ertüchtigung der Infrastruktur hat wie immer einen nicht nur in Euro zu beziffernden Preis. Ab diesem Mittwoch, 12. November, wird die Bahnhof- und die Bernhäuser Straße ab dem Kreisverkehr in Richtung Sielmingen bis zur Einmündung Benzachweg für den Durchgangsverkehr nach Filderstadt gesperrt. Er wird über die Scharnhäuser und Plieninger Straße und die Westumfahrung umgeleitet. Für die Buslinien 816 und 817 wird eine Ersatzhaltestelle in der Scharnhäuser Straße eingerichtet. Die Haltestellen im Industriegebiet West werden weiterhin bedient.

Zwischen Bahnhofstraße Haus 72 und Bernhäuser Straße 20 werden in mehreren Abschnitten die Gashochdruckleitung, die Kanalisation, die Trinkwasser- und Telekommunikationsleitungen sowie ein Regenrückhaltebecken erneuert. Die Sperrung dauert je nach Witterung etwas länger oder kürzer, soll aber im Laufe des Frühjahrs 2027 enden, teilt die Gemeinde mit.

Im Anschluss an die Straßensanierung wird im Sommer 2026 im Bereich der Einmündung Filderstraße die Betonfahrbahn gebaut. Das robuste Material wurde für den Kreisverkehr und den Busbahnhof wegen der hohen Belastung der Fahrbahn gewählt. Am Busbahnhof können bis zu vier große Busse und ein kleinerer in Haltebuchten direkt am Bahnsteig andocken. Außerdem gibt es Plätze für Taxis und fürs Kiss and Ride, den schnellen Abschied aus dem Auto.

Fahrradturm? Vielleicht später

Bereits im Mai 2026 werden südöstlich des Kreisverkehrs teils überdachte, teils geschlossene Fahrradstellplätze angelegt, wegen des Höhenunterschieds auf zwei durch Treppen verbundenen Ebenen. Der ursprünglich geplante Fahrradturm ist aus Kostengründen auf Eis gelegt. Vorarbeiten für eine spätere Realisierung werden laut Mitteilung der Gemeinde durchgeführt.

Bahnhofsvorplatz wird im Herbst 2026 angelegt

Ab Herbst 2026 wird dann der Bahnhofsvorplatz samt Selbstreinigungstoilette angelegt. Bei den Pflasterarbeiten wird die Bahnhofstraße an den Bahnhofsvorplatz gestalterisch angepasst, um eine optische Verbindung herzustellen. Bereits fertig sind der südliche Bahnsteig und der Rohbau der Unterführung. Den barrierefreien Zugang von Süden garantiert eine Rampe, zum nördlichen Bahnsteig fährt ein Aufzug.

Ende 2028 soll die S-Bahn endgültig Neuhausen erreichen – wenn alles gut geht. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Und wie steht’s mit der neuen Strecke, die nach schlechten Erfahrungen des Regionalverbands mit der Deutschen Bahn von den Stuttgarter Straßenbahn (SSB) gebaut wird? Als Gründe für die Verzögerung nannte die SSB im Sommer einen teilweise langwierigen Grunderwerb und den Rückstand beim Digitalen Knoten Stuttgart, einem Pilotprojekt der Bahn, in das die neue Strecke eingebunden wird. Der Bau selbst schreite voran, teilt die SSB mit. Im Bereich des TKE-Werksgeländes liefen derzeit die restlichen Aushub- und Tiefbauarbeiten. Westlich wird an einer Feldwegbrücke und dem Tunnelabschnitt geschafft, östlich am Trogbauwerk gen Neuhausen. Das sich, wenn alles gut geht, ein Jahr später über das große Weihnachtsgeschenk freuen darf, „dass wir wieder an das Schienennetz angebunden sind“, wie Bürgermeister Hacker in Erinnerung an die alte END-Straßenbahn und die noch ältere Filderbahn sagt.