Das Loch klafft seit Dienstag in der Fassade des Hauptbahnhofs. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Am dritten Tag der Sperrung des Bonatz-Baus sind die Verwirrung und der Frust der Pendler immer noch groß. Die Bahn hat reagiert.

Stuttgart - Am dritten Tag der Sperrung des Bonatz-Baus sind die Verwirrung und der Frust der Pendler immer noch groß. „Die Wege sind viel zu weit, ich muss eine viel längere Umsteigezeit einplanen“, schimpft ein Stuttgarter, der täglich am Hauptbahnhof von der Stadtbahn auf den Fernverkehr umsteigt. „Ich verstehe die Sperrung nicht, an der Unfallstelle kommt man nicht vorbei, wenn man zu den Zügen geht“, fügt er hinzu.

 

Die Arbeiten in der Wandelhalle ruhen

In der Nacht zum Dienstag waren Steine aus der Fassade des Hauptbahnhofs herausgefallen. Die Bahn hat nach dem Unfall den gesamten Bonatz-Bau gesperrt, aus Sicherheitsgründen. Die Unfallstelle liegt an der Front zur Schillerstraße, knapp neben dem mittleren Eingang zum Hauptbahnhof, dem Bonatz-Bau. Die Arbeiten in der größtenteils abgesperrten Wandelhalle – die frühere Ankunftshalle an den Gleisen – ruhen seit Dienstag auch.

Damit die Passagiere sich besser orientieren können und den längeren Weg schaffen, habe die Bahn das Personal „massiv aufgestockt“, sagt ein Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm/Stuttgart 21. 20 Personen stünden entlang der Strecken zur Verfügung. „Sie helfen auch, wenn jemand mit Gepäck Schwierigkeiten hat“, sagt der Bahn-Sprecher. So würde das Bahn-Personal zupacken, wenn jemand mit einem schweren Koffer an einer Treppe stehe – und das Gepäckstück hochtragen. Treppen sind auf dem Weg, der nördlich des Bahnhofs bei der LBBW vorbeiführt. Es gebe dort auch eine barrierefreie Alternative. Entlang der Heilbronner Straße habe man gemeinsam mit der Stadt eine Fahrbahn den Autos weggenommen, damit ausreichend Platz für die Fußgänger auf dem Weg zum Bahnhofszugang sei.

Weltkriegsschäden sind der Bahn nicht bekannt

Die Suche nach der Unfallursache laufe unterdessen weiter. Wann ein Ergebnis zu erwarten sei, ist nicht bekannt. Ein Leser unserer Zeitung, der als kleines Kind den Zweiten Weltkrieg erlebte, äußerte die Vermutung, dass die Muschelkalkquader genau an der Stelle abstürzten, wo im Krieg ein Bombenschaden war.„Davon ist uns nichts bekannt“, sagt der Sprecher.