Strahlende Gesichter bei der Scheckübergabe im Kinderhospiz. Foto: Sebastian Gall

Die Weingenossenschaften Weingärtner Esslingen und Cannstatter Weinfactum spenden zusammen mit dem Fellbacher Chocolatier Joachim Habiger 12000 Euro an das Stuttgarter Kinderhospiz.

Stuttgart - 5000 Flaschen Wein und 1487 Tafeln Schokolade haben die Genossenschaften der Weingärtner Esslingen und dem Weinfactum Bad Cannstatt zusammen mit dem Fellbacher Chocolatier Joachim Habiger verkauft. Ein Teil des Erlöses – insgesamt 12 000 Euro – wurde nun dem Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart als Spende übergeben.

Die Idee für das Gemeinschaftsprojekt kam im Jahr 2015 auf – angestoßen durch Dekan Eckart Schulz-Berg, der gleichzeitig auch Ausschussvorsitzender des Hospizes ist. In Gesprächen mit Mitarbeitern der Einrichtung wurde dann überlegt, wie man Spenden auftreiben könne. Bei diesen Überlegungen war auch Dorothee Nittka – die stellvertretende Leiterin des Ambulanten Erwachsenenhospizes – involviert. Sie ist die Schwester von Albrecht Sohn, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Weingärtner Esslingen und Initiator des Projekts. Dieser war schnell angetan von der Idee, einen eigenen Hospiz-Wein zu kreieren und damit Spenden zu sammeln.

Zwei Hospiz-Sorten

„Allerdings war die Umsetzung für nur eine Weingenossenschaft schwierig zu meistern. So kam dann der Kontakt mit dem Weinfactum zustande“, sagt Ramona Fischer, Geschäftsführerin der Esslinger Genossenschaft. Zusammen entwickelten sie dann aus Früchten beider Genossenschaften zwei Cuvées – einen Rosé und einen Rotwein. Um auch für Kinder etwas anbieten zu können, überlegte man sich noch etwas Süßes dazu – und holte den Fellbacher Chocolatier Joachim Habiger mit ins Boot. Aus dessen Feder stammen die beiden Hospiz-Sorten Vollmilch/Erdbeer und Zartbitter/Melone. Beide Sorten sind natürlich auf die Weine abgestimmt.

Berührungsängste abbauen

„Es ist etwas ganz Besonderes, wenn sich zwei Genossenschaften und ein Chocolatier gemeinsam für ein Kinderhospiz engagieren“, sagt die Gesamtleiterin des Hospiz, Elisabeth Kunze-Wünsch. Die Spende werde in alle Geschäftsbereiche fließen, aber vor allem für die Arbeit mit den Familien der Hospiz-Kinder gebraucht, da diese nicht von der Krankenkasse übernommen wird.

Neben der finanziellen Unterstützung freut sich Hospizleiterin Kunze-Wünsch auch darüber, dass das Thema durch solche Aktionen niedrigschwellig ins Gespräch gebracht werden könne. Der ehemalige Vorstand Albrecht Sohn schlägt in die gleiche Kerbe: „Wir hoffen, dass wir mit dem Projekt Berührungsängste gegenüber dem Thema Hospiz abbauen können – denn man redet natürlich darüber, wenn eine Flasche Wein oder eine Tafel Schokolade mit einem Hospiz-Etikett auf dem Tisch steht.“

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