Andy Bässler steht aufgrund seiner Krankheit nur noch selten in der Küche. Foto: privat

Andy Bässler kann sich dank einer Spendenaktion des Ehninger Sternekochs Franz Feckl einen Spezialanzug kaufen, der seinen Alltag erleichtern wird.

Andy Bässler sucht nach Worten, die ausdrücken, was ihm die Spendenaktion bedeutet. „Fantastisch“, „wunderbar“, „gigantisch“ und „mehr als glücklich“, sprudelt es aus ihm heraus. Denn der 46-Jährige, der kurz vor seinem 18. Geburtstag die Diagnose Multiple Sklerose (MS) erhielt, kann sich dank der Unterstützung vieler Menschen einen Spezialanzug kaufen, der die Symptome seiner Krankheit reduziert, indem er anhand elektrischer Signale spastische Muskeln entspannt und schwache Muskeln aktiviert.

 

Dass er sich das medizinische Hilfsmittel leisten kann, obwohl seine Krankenkasse es nicht finanziert, hat Bässler seinem Chef zu verdanken, dem Ehninger Sternekoch Franz Feckl. Bei ihm ist er seit 24 Jahren angestellt, viele Jahre davon als Küchenchef. Als Feckl davon erfuhr, dass es jenen Exopulse Mollii Suit genannten Anzug gibt, der seinem Mitarbeiter das Leben erleichtern könnte, organisierte er eine Spendenaktion.

Alle Erlöse aus dem Fußballspiel der Nationalmannschaft der Köche gegen die Nationalmannschaft der Notare, das am 4. Mai beim TSV Ehningen ausgetragen wurde, liefen auf ein extra für Andy Bässler eingerichtetes Spendenkonto. Abends fand eine Benefizgala statt. Zudem ließen sich Privatleute und Vereine motivieren, etwas beizutragen. So spendete zum Beispiel der Ehninger Kultur- und Theaterkeller (Ekuthek) gleich 500 Euro, die im Landhaus Feckl übergeben wurden. Trotz seines persönlichen Schicksals sei Andy Bässler weiterhin beruflich enorm engagiert, sagte der Vereinsvorsitzende Rainer Pohl von Elbwehr. „Dies ist aus unserer Sicht bewundernswert und verdient unsere besondere Hochachtung.“

Der Ekuthek-Verein übergibt seine Spende. Foto: privat

Die genaue Spendensumme steht noch nicht fest, da nach wie vor Beträge eintrudeln, aber bis jetzt sind laut Bässler 16 000 Euro eingegangen. Ein Volltreffer, denn der Anzug kostet 10 000 Euro, für die Wartung braucht man weitere 5000 Euro. Vergangene Woche war Bässler in seinem Orthopädiehaus und hat den Anzug bestellt, in etwa zwei Wochen kann er ihn abholen.

Finanzielle und mentale Hilfe

Der Koch, der aufgrund seiner Erkrankung überwiegend an der Rezeption des Landhauses Feckl arbeitet, freut sich nicht nur über die finanzielle Zuwendung, sondern auch über die persönliche Wertschätzung, die ihm rund um den Aktionstag entgegengebracht wurde. „Die mentale Unterstützung, die Gespräche, das war einfach nur toll“, sagt der 46-Jährige. Auch durch den Bericht unserer Zeitung hätten sich Menschen aus der ganzen Republik im Landhaus Feckl gemeldet und ihn sprechen wollen. Sogar aus Dresden oder Heidelberg seien Anrufe eingegangen.

Bässler weiß vom Probetragen des Anzugs, dass er im Alltag künftig weniger Schmerzen haben wird. Er wird aufrecht stehen können, nachts keine Spastiken mehr haben, durchschlafen und ohne Schwindel am Morgen aufwachen.