Die Musikschüler hatten sich vorab um Sponsoren bemüht, die die Aktion finanziell unterstützen und für die geübten Minuten Geld spenden. Foto: Tilman Baur

Bei klirrender Kälte übten am Samstag Musikschüler am Schwabenplatz in Stuttgart-Vaihingen für einen guten Zweck.

Vaihingen - Was das wohl sein mag? Das gelbe Übehaus auf dem Vaihinger Schwabenplatz zog am Samstag viele neugierige Blicke auf sich. Der als Masterarbeit von einer Studentin speziell zum Musikmachen designte Turm aus gelben Holzkisten steht noch bis Februar in Vaihingen. Nur ganz gedämpft und vage konnten Passanten hören, dass sich im Inneren des gelben Turms ein „Üb-Athon“ abspielte.

Das Pendant eines Spendenmarathons entspringt einer Kooperation der Stuttgarter Musikschule und des Vereins „Freundeskreis Arpegio Peru“. Zwölf Stunden lang, von 10 bis 22 Uhr, übten Mädchen und Jungen der Musikschule auf ihren Instrumenten, um die Musikschule in Trujillo, einer Millionenstadt nördlich von Lima, zu unterstützen.

Vorab um Sponsoren bemüht

Das Üben war dabei nur die halbe Miete. Vorher hatten sich die Kinder um Sponsoren bemüht, die die Aktion finanziell unterstützen und für die geübten Minuten Geld spendeten – zwischen zehn Minuten und einer Stunde konnten die Teilnehmer ins Übehaus.

Einer dieser Sponsoren ist Bettina Wagner. Ihre Tochter Julia begab sich mit ihren Mitstreiterinnen Maike Oldewurtel und Marie Wegener um Punkt 13 Uhr für eine halbe Stunde in den Turm, um mit Musiklehrerin Hella Karpa-Maysenhölder einige Stücke auf der Querflöte einzuüben. Schön sei es gewesen, gaben die jungen Musikerinnen zu Protokoll, denn drinnen gibt es eine Heizung, und der Chef der Schwabengalerie spendiere heiße Getränke.

Zwölf Stunden in der Kälte ausgeharrt

Auf eine Heizung musste Hannah Pillin indes verzichten. Als einzige Vertreterin des Freundeskreises Arpegio Peru harrte die Studentin, kleine Pausen inbegriffen, zwölf Stunden vor dem Turm in der Kälte aus. Sie nahm die Übenden in Empfang, verabschiedete sie und schrieb die summierten Spendenbeträge auf eine weiße Tafel.

„Die Musikschule ist mit dem Projekt auf uns zugekommen“, erklärt Pillin. Der Hintergrund: Eine Lehrerin der Musikschule hatte vor Jahren bei Arpegio in Peru gearbeitet. Das Übehaus stellte sich als ideale Möglichkeit heraus, Werbung für die Musikschule mit einem guten Zweck zu verbinden. Ein lohnendes Vorhaben: Am Ende gab es 800 Euro für die Musikschüler aus Südamerika.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: