Nach dem Schlaganfall ist Jacqueline überwiegend im Rollstuhl. Inzwischen schafft sie wieder einige Meter zu Fuß. Foto: Privat

Ein Schlaganfall veränderte das Leben von Jacqueline Haas und ihrer Mutter Diana Hering dramatisch. Eine Spendenaktion soll nun Hoffnung auf Mobilität bringen.

Für Diana Hering und ihre Tochter Jacqueline Haas wurde die Welt vor gut einem Jahr auf den Kopf gestellt. „Meine Tochter hatte im Februar letzten Jahres einen Schlaganfall“, berichtet Hering. Seitdem versuche die 30-Jährige, sich ins Leben zurückzukämpfen. Für die Familie ist kürzlich eine Spendenaktion gestartet worden, um ein behindertengerechtes Auto zu finanzieren.

 

Diana Hering erinnert sich noch gut an den Tag, an dem sie Besuch von der Polizei bekam. „Als die mir gesagt haben, ich muss kommen und mich von meiner Tochter verabschieden, da ist mir das Herz in die Hose gerutscht“, sagt die 55-Jährige. „Man weiß bis heute nicht, wie lange sie gelegen hat, bevor sie gefunden wurde.“ Zwei Wochen habe Jacqueline im künstlichen Koma verbracht.

Rückkehr in den Beruf undenkbar

Vor ihrer Krankheit war Jacqueline als Krankenschwester tätig. Dass sie den Beruf jemals wieder ausüben kann, dafür hegt ihre Mutter wenig Hoffnung. Diana Hering bezweifelt, dass eine Berufstätigkeit für sie selbst wieder möglich ist – die Pflege ihrer Tochter fordert sie intensiv. Bei allen Alltagstätigkeiten, vom Essen bis zum Toilettengang, ist Hilfe nötig. „Jaqueline kann nicht alleine bleiben. Maximal eine halbe Stunde, wenn sie aufrecht ist“, sagt sie. „Ich muss immer Angst haben, dass sie wieder umfällt.“

Wie stabil Jacquelines Zustand ist, weiß Diana Hering nicht. Immerhin: Seit ihrer Reha, in der sie ihren 30. Geburtstag feierte, hat Jacqueline wieder Laufen gelernt, allerdings bisher nur wenige Meter und mit einer speziellen Gehhilfe. „Wahrscheinlich wird sie weiter auf den Rollstuhl angewiesen sein“, sagt die Mutter. Selbst äußert sich Jaqueline Haas derzeit überwiegend ohne Worte. „Sie kann nur ein wenig sprechen, aber viel sagen“, sagt Diana Hering.

15 000 Euro für behindertengerechtes Auto

Diana Hering hofft, dass durch eine Spendenaktion, die der Herrenberger Gastronom Alexandros Efstathiou ins Leben gerufen hat, genügend Geld zusammenkommt, dass sie sich einen behindertengerechten Wagen kaufen kann. Sie müsse ihre Tochter häufig zu Therapien und Arztbesuchen fahren. „Mein Auto ist dafür einfach nicht ausgelegt“, sagt sie. Der Rollstuhl passe zwar hinein, aber vieles andere eben nicht, zum Beispiel Wechselsachen oder andere Pflegeutensilien. Rund 15 000 Euro, schätzt sie, braucht sie für ein Auto, das sowohl den Rollstuhl als auch.

Für Spendensammler Efstathiou, den alle nur „Alex“ nennen, sind die persönlichen Schicksale der Familien, mit denen er arbeitet, neben seinem Job als Restaurantbetreiber zum täglichen Brot geworden. Seit fast 30 Jahren sammelt er immer wieder für neue Aktionen. Knapp 1,3 Millionen Euro sind inzwischen zusammengekommen. Gerade hat er eine Spendensammlung für den 26-jährigen Robin Schmetzer beendet, der auf eine Stammzelltherapie in Thailand gespart hatte. Aufgrund seines stark verschlechterten körperlichen Zustands werden die 26 000 Euro, die gespendet wurden, nun für einen Treppenlift in seinem Zuhause verwendet.

Wer für Jacqueline und ihre Mutter spenden möchte, kann das durch eine Überweisung tun. Das Spendenkonto ist bei der Kreissparkasse Böblingen eingerichtet und läuft auf den Namen Alexandros Efstathiou. Die IBAN lautet DE48 6035 0130 1000 2990 78. Das Kennwort ist Kinderherzaktionen.