Die beiden Fellbacher sind mehrere Wochen geradelt – dabei gab es so manche Hürden zu überwinden. Foto: privat

Harald Kuhnle und Michael Gallmayer haben auf ihrer Radtour von Lissabon nach Fellbach eine stolze Spendensumme für die Aktion Centride4Kids gesammelt – und hatten eindrucksvolle Begegnungen.

Das gemeinsame Abenteuer für eine gute Sache hat geklappt: Harald Kuhnle und Michael Gallmayer sind gut gelaunt und mit einer stolzen Spendensumme sowie vielen beeindruckenden Erlebnissen wieder zurück in ihrer Heimatstadt Fellbach. Die beiden wurden am Wochenende mit einer kleinen Feier an der neuen Kelter empfangen. „Früher als gehofft haben wir unser erstes Spendenziel mit 1 000 000 Cent erreicht“, hatten sie in ihrem Blog am 25. Mai geschrieben. Bis die zwei Männer dann in Fellbach angekommen waren, sind rund 17 600 Euro zusammengekommen.

Eine besondere Reise auf dem Rad von Lissabon nach Fellbach

Die Fellbacher haben eine besondere Reise hinter sich. Gestartet sind die zwei von der portugiesischen Hauptstadt Lissabon aus Mitte April, um dann entlang des Jakobswegs bis nach Fellbach zu radeln. Auf der mehrwöchigen Tour auf dem Sattel sammelten sie Spenden für die Kinder der Rehabilitationsklinik Katharinenhöhe, dafür hatten sie die Aktion Centride4Kids ins Leben gerufen. Sie läuft im Namen der Tour Ginkgo, mit Unterstützung der Christiane-Eichenhofer-Stiftung und findet unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Gabriele Zull statt.

Bei ihrem Endspurt in der vergangenen Woche waren die zwei Radfahrer bester Laune. „Wir lachen viel“, sagten sie unisono – obwohl es auf der Etappe auch mal einiges einzustecken gab. Von dem teils für Radler unwirtlichen Wetter ließen sich Harald Kuhnle und Michael Gallmayer nicht ausbremsen. „Einen halben Tag sind wir nur im Regen gefahren. Da wird nichts mehr trocken, und wenn man anhält, wird es einem sehr schnell sehr kalt“, berichtete Harald Kuhnle. „Wir sind beide angeschlagen. Das nasskalte Regenwetter der letzten Tage hat viel Kraft gekostet“, schrieben die passionierten Radfahrer in ihrem Blog, in dem sie an ihren Erlebnissen teilhaben ließen. Die Strecke von Dijon nach Santenay starteten sie im Dauerregen. Doch die Begegnungen mit den Menschen, die sie auf ihrer Reise hatten, seien so bereichernd, dass das schlechte Wetter, mit dem sie zu kämpfen hatten, immer wieder in den Hintergrund rückte. Ein Beispiel: „Im Starkregen hatten wir in einer kleinen Bar etwa zehn Kilometer vor unserem Etappenziel einen Stopp gemacht“, erzählt Michael Gallmayer. „Wir sind dann mit dem Wirt, einem Nepalesen, ins Gespräch gekommen, und wir haben erzählt, was wir mit unserer Radtour bewirken möchten.“ Er habe ihnen dann zum Abschied einfach so 200 Euro in die Hand gedrückt, um die Spendentour zu unterstützen. „Stellen Sie sich mal vor, es kommen zwei ältere Herren mit verschwitzten Radklamotten hier im Schwabenland in ein Gasthaus. Und dann hieße es beim Weiterfahren, tolle Sache, ich gebe euch 200 Euro“, machten die beiden die große Hilfsbereitschaft deutlich. In ihrem Blog heißt es dazu: „Wir sind wieder einmal vollkommen beeindruckt, welche Unterstützung und Herzlichkeit wir von wildfremden Menschen erhalten.“

Viele beeindruckende Begegnungen mit den Menschen auf der Tour

An vielen Stellen trafen die Radler auf Unterstützer. Foto: privat

Auch bei einem kleinen Missgeschick – die zwei Radler hatten etwas Wichtiges in einer Bäckerei liegen gelassen und dies erst viele Kilometer später bemerkt, gab es Hilfe. Eine Restaurantbesitzerin, bei der sie zu Gast waren, lieh darauf ihr Auto aus, damit sie das Verlorene wiederbekommen konnten.

„Die Menschen spüren vielleicht das Feuer, das in uns brennt“, sagen die Fellbacher und suchen nach einer Erklärung, warum ihnen so viel Herzlichkeit entgegengebracht wurde. „Und es entstehen immer wieder sehr tiefe und intensive Gespräche, wenn wir auf unser Projekt angesprochen werden“, sagen die Fellbacher. Manche würden sie auch ansprechen und nachfragen, was es mit der Botschaft, die sie auf den Radtrikots tragen, auf sich hätte. Natürlich sind auf dem Blog auch viele Bilder von den Landschaften, Städten und Strecken zu sehen – Dijon mit seiner schönen Altstadt beispielsweise und seiner Senfherstellungstradition. Aber auch Streckenführungen am Rhein-Rhone-Kanal, der teilweise sogar durch Tunnel führt. Doch die Begegnungen mit den Menschen, die sie durch die Spendenaktion erfahren hätten, sei das Eindrucksvollste der Reise gewesen.

Die Spendentour läuft weiter

„Und wir sind froh, dass wir die Möglichkeit hatten, diese Spendentour zu machen“, sagen sie. Alles hätte mitgespielt: die Gesundheit, die Familienmitglieder und das Firmenteam. Die Aktion läuft weiter, machen die zwei deutlich. „Wir überreichen die Spenden im Juli im Rahmen der Tour Ginkgo.“ Kuhnle und Gallmayer spenden für jeden von ihnen gefahrenen Kilometer 50 Cent. Die Spende wird direkt an die Christiane-Eichenhofer-Stiftung übergeben.

Mehr zu der Reise im Blog unter: blog.tourginkgo.de.