AfD-Fraktionschefin Alice Weidel steht unter Druck. Foto: dpa

Wer trägt Schuld am Umgang mit Großspenden an die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel? Ihr Kreisverband am Bodensee behauptete, Landesschatzmeister Frank Kral habe falsch beraten. Der schießt nun scharf zurück.

Stuttgart - Nach Bekanntwerden einer zweiten Großspende an den AfD-Kreisverband Bodensee erhebt Frank Kral, Schatzmeister der AfD Baden-Württemberg, schwere Vorwürfe gegen Vorstandsmitglieder des Kreisverbands, darunter auch Alice Weidel, AfD-Fraktionschefin im Bundestag. Unserer Zeitung sagte Kral: „Die Verantwortlichen im Kreisverband Bodensee haben in den vergangenen Tagen immer wieder versucht, die Schuld für die Affäre um die Großspende aus der Schweiz beim AfD-Landesverband abzuladen und speziell bei mir. Das funktioniert jetzt nicht mehr, da der Kreisverband plötzlich erklären muss, dass man noch eine weitere Großspende gefunden hat, dieses Mal aus Belgien.“

Der Schatzmeister der Landes-AfD greift namentlich Brigitte Hinger, Schatzmeisterin des AfD-Kreisverbands Bodensee, und Alice Weidel, stellvertretende AfD-Kreisvorsitzende, an. „Der Kreisverband gibt nur zu, was man ihm nachweisen kann. Mit der neuerlichen Großspende über 150.000 Euro zeigt sich, wo die Probleme wirklich liegen – bei der AfD am Bodensee.“

„Der Bodensee ist Weidel-Land – das weiß in der AfD jeder“

Parteintern sei bekannt, dass der Kreisverband fest in der Hand von Familie Weidel sei, so Kral. Schatzmeisterin Hinger und Alice Weidel seien enge Vertraute, die sich im Bundestagswahlkampf immer wieder abgestimmt hätten. Weidels Vater sei Mitglied des Kreisvorstands, ein enger Vertrauter der Familie Weidel ebenfalls. „Der Bodensee ist Weidel-Land, das weiß in der AfD jeder“, erklärte Kral.

Der AfD-Landesschatzmeister bekräftigte seine Darstellung zur Affäre um die Großspende über insgesamt 130.000 Euro, die seit Juli 2017 gestückelt zu je rund 8500 Euro aus der Schweiz an den Kreisverband Bodensee floss. Kreisschatzmeisterin Hinger habe ihn seinerzeit telefonisch kontaktiert, so Kral. „Ich habe ausführlich mit ihr über die Problematik von Spenden aus der Schweiz gesprochen und habe sie gefragt, ob ein Deutscher hinter der Spende stehe, denn dann wäre sie nach dem Parteiengesetz in Ordnung. Frau Hinger hat mir nicht widersprochen.“ Damit sei die Sache für ihn erledigt gewesen. Auch bei späteren Kontakten in der Sache habe Hinger ihn nicht darauf hingewiesen, dass das für den Wahlkampf von Alice Weidel bestimmte Geld von der Schweizer Pharmaholding PWS stamme.

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