Gold und Platin bilden den Rahmen, in die Girlanden und Wellenlinien sind 367 Brillanten eingearbeitet. Foto: Landesmuseum

Das mit Brillanten besetzte Schmuckstück hat einen Wert von 1,2 Millionen Euro. Dreiste Diebe haben es im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe mitgehen lassen – nur wie, das ist die Frage.

Karlsruhe - Ein spektakulärer Kunstraub löst Betroffenheit aus beim Badischen Landesmuseum in Karlsruhe: Bereits seit Ende April fehlt ein bedeutendes Diadem der Sammlung. Die Goldschmiedearbeit gehörte einst der Großherzogin Hilda von Baden und stammt aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Sein Wert wird auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt.

Das wertvolle Kopfschmuckstück wurde aus einer Großraumvitrine im Thronsaal, im Ersten Obergeschoss des Museums im Karlsruher Schloss gestohlen. Es handelt sich um die Goldschmiedearbeit eines Hofjuweliers aus einer lange Zeit in Karlsruhe ansässigen Uhrmacherdynastie, wie das Museum mitteilte. Der Museumschef Eckart Köhne zeigt sich am Montag sehr betroffen: „Das Diadem ist ein bedeutendes Stück der badischen Geschichte und von unschätzbarem Wert für das Museum“, sagte er auf Anfrage. Das Museum habe umgehend nach der Entdeckung des Diebstahls die Polizei informiert.

Diebstahl schon am 29. April bemerkt

Doch erst am Montag wandten sich die Behörden nun an die Öffentlichkeit. Die Verzögerung habe „ermittlungstaktische Gründe“, sagte der Staatsanwalt Tobias Wagner. Der Hintergrund des Diebstahls sei „noch völlig offen“ und damit auch die Frage, ob es dem Täter nur um Geld gegangen sei oder ob eine Sammlerleidenschaft dahinter stecke. Die Ermittlungen konzentrieren sich „auf die Eingrenzung des Tatzeitraums“. Entdeckt haben Mitarbeiter das Fehlen des Diadems am 29. April, einem Samstag.

Das Sicherheitskonzept in dem Museum am Karlsruher Schlossplatz entspreche internationalen Standards, versicherte eine Sprecherin des Landesmuseums. Aus dem aktuellen Anlass hätten jetzt die Mitarbeiter die Bestände der Schausammlung überprüft. Wie das Kopfschmuckstück gestohlen werden konnte, sei völlig unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt der Staatsanwalt Wagner.

Gold, Platin und viele Brillanten

Das wertvolle Diadem gehörte der letzten amtierenden Großherzogin Hilda von Baden, geborene von Nassau (1864 - 1952), der Frau des Großherzogs Friedrich II. von Baden (1857-1928), der bis zur Abschaffung der Monarchie im Jahr 1918 im Karlsruher Schloss residierte. Stilistisch weist die Goldschmiedearbeit laut dem Museum Elemente des Klassizismus auf. Gold und Platin bilden einen Rahmen mit zwei Stegen, in den Girlanden und gegenläufige Wellenlinien eingepasst sind. Diese sind mit 367 „à jour“ (nur am Rand, ohne Bodenplatte) gefassten Brillanten besetzt.

Es ist nicht bekannt, zu welchem Anlass das Diadem für die Großherzogin Hilda von Baden angefertigt wurde. Möglicherweise wurde es zum Regierungsantritt Friedrichs II. – des letzten badischen Großherzogs – im Jahr 1907 in Auftrag gegeben. Die aus Hessen stammende Großherzogin Hilda starb 1952 im südbadischen Badenweiler.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: