Die Männer, die sich im Mordfall Bögerl bislang einem DNA-Test verweigert hatten, will das Gericht nun zu einer Speichelprobe zwingen. (Symbolbild) Foto: dpa

Nach zwei Massengentests fehlen im Fall Bögerl noch immer Dutzende Speichelproben. Nun droht das zuständige Gericht mehreren Verweigerern: Zur Not sollen sie zum DNA-Test gezwungen werden. Steckt in den ausstehenden Proben die entscheidende Spur?

Ulm/Ellwangen - Mehr als vier Jahre nach dem Mord an der Bankiersfrau Maria Bögerl will das Amtsgericht Ellwangen mehrere Männer zur Speichelprobe zwingen. „Es wurden einzelne Beschlüsse erwirkt zur Abgabe einer Speichelprobe“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen am Freitag. Die betroffenen Männer hätten die Teilnahme an den freiwilligen DNA-Massentests bislang verweigert, gegen sie lägen außerdem „weitere Verdachtsmomente“ vor. Zuvor hatte die „Schwäbische Zeitung“ darüber berichtet.

Mehrere Männer seien nun vom Amtsgericht angeschrieben worden. Sie könnten sich immer noch freiwillig an den DNA-Tests beteiligen. „Wenn nicht, werden sie zwangsweise durchgesetzt“, kündigte der Sprecher an. Nähere Angaben wollte die Staatsanwaltschaft nicht machen.

Maria Bögerl war 2010 erstochen worden

Im Februar 2014 waren im kleinen Städtchen Neresheim (Ostalbkreis) rund 3300 Männer im Alter zwischen 21 und 68 Jahren zur Abgabe einer Speichelprobe gebeten worden. Die Ergebnisse waren jedoch negativ. In einem zweiten Anlauf im August in Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) kamen erneut Proben von mehreren hundert Männern im gleichen Alter zusammen. Derzeit fehlen nach aktuellen Angaben der Polizei Ulm insgesamt noch Speichelproben von rund 100 Männern.

Der Mordfall Bögerl hält die Ermittler seit mehr als vier Jahren auf Trab. Die Frau des früheren Heidenheimer Sparkassenchefs, Thomas Bögerl, war vor mehr als vier Jahren entführt worden. Eine Lösegeld-Übergabe scheiterte. Anfang Juni 2010 fand ein Spaziergänger die Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Bögerl war erstochen worden. Tausende Spuren und Hinweise hat die Soko „Flagge“ in den vergangenen vier Jahren gesammelt. Die Suche nach dem Täter verlief bisher trotzdem erfolglos.

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