Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos und Vize-Chef der SPD, wickelt sich beim SPD-Bundesparteitag einen schwarzen Schal um seinen Hals. Ganz früher trug man zu solchen Anlässen als Sozialdemokrat einen roten Schal. Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Kleider machen Leute. Oder auch nicht. Um das herauszufinden, unterziehen wir den Kleidungsstil bekannter Persönlichkeiten einem Stresstest. Heute: Kevin Kühnert.

Stuttgart - Man kann davon ausgehen, dass nur noch wenige SPD-Mitglieder ihren Marx auswendig aufsagen könnten. Etwa das fünfte Kapitel aus dem „Kommunistischen Manifest“ von 1848, in dem Karl Marx je nach Interpretation drei bis fünf Spielarten des Sozialismus beschreibt. Ob Kevin Kühnert nun ein Bourgeois-Sozialist oder eher ein kritisch-utopistischer Vertreter ist, darüber kann man streiten.

Zweimal rundherum

Aufschluss darüber könnte vielleicht seine Schalwickeltechnik geben, denn auch hier können Männer zwischen fünf oder sechs praktikablen Varianten wählen. Und tatsächlich: Nach dem jüngsten Parteitag der Sozialdemokraten wurde der frisch gewählte Vize-Chef der SPD oft als Strippenzieher in der Machtzentrale bezeichnet – in Wahrheit ist er ein forscher Schlingenzieher! Seinen langen Schal wickelt Kevin Kühnert mehrfach ohne System und Ordnung um den Hals. Er stopft und knotet nicht, am Ende guckt aus der dicken Halskrause der Schalzipfel wie der Hase aus dem Würgegriff der Boa constrictor. Zweimal rundherum und fertig. Kurzer Prozess. Dafür eignen sich lange Schals, die perfekt sind bei eisigem Gegenwind aus den eigenen Parteireihen. Der Langschal ist aber auch das passende Accessoire für alle kritisch-chaotischen Sozialisten, die gern sich und andere Menschen einwickeln.

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