Nathalie Ziwey (SPD) und Paul Wien (FDP) sind enttäuscht. Foto: SPD Ludwigsburg/FDP Bietigheim-Bissingen

Die Sozialdemokraten und Liberalen mussten auf Landesebene deutliche Wählerverluste hinnehmen. Die Kandidaten aus Ludwigsburg und Bietigheim äußern sich zu den Gründen.

Nach den ersten Hochrechnungen stehen die Wahlverlierer der Landtagswahl schon fest: Die SPD und FDP fallen jeweils auf rund fünf Prozent herunter. Die Sozialdemokraten scheinen sich in den Landtag zu retten, die FDP ist für die nächsten vier Jahre wohl raus. Paul Wien und Nathalie Ziwey sprechen am Sonntagabend über mögliche Gründe. Vor allem die SPD-Kandidatin wird deutlich.

 

Nathalie Ziwey ist die Enttäuschung über das schlechte Abschneiden der SPD auf Landesebene deutlich anzuhören. „Wir hatten mit einem schlechten Ergebnis gerechnet – aber dass es so schlecht wird, hat niemand erwartet“, sagt sie. Für Ziwey lässt sich die Wahlniederlage nicht allein damit erklären, dass viele SPD-Wähler im Kopf-an-Kopf-Rennen ihre Stimme den Grünen geliehen hätten.

Mitglieder nicht eingebunden

Die Sozialdemokraten hätten vielmehr „strukturelle Probleme“. Auch die Parteispitze habe Fehler gemacht. So fehle es der SPD mancherorts an aktiven Mitgliedern im ländlichen Raum, außerdem seien viele Parteimitglieder bei wichtigen Entscheidungen nicht ausreichend eingebunden worden. Ziwey will sich aber weiter in und um Ludwigsburg für die SPD engagieren.

Angesichts der Prognose, dass die Freie Demokratische Partei künftig nicht mehr im Landtag vertreten sein könnte, muss Kandidat Paul Wien am Telefon zunächst hörbar durchatmen.

Im Wahlkampf habe er den Eindruck gehabt, dass sich die Bürger – im Vergleich zur Bundestagswahl ein Jahr zuvor – wieder stärker für die Inhalte der Liberalen interessiert hätten. „Wir warten jetzt erst einmal die endgültigen Ergebnisse ab. Aber schon jetzt ist es eine große Enttäuschung“, sagt Wien.

Einen Grund für das schlechte Ergebnis sieht Wien im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen. Das habe neben der FDP wohl auch der SPD und den Linken Stimmen gekostet.